Suchtfrei

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In dem Wort “Sucht” steckt die Suche. Und Sucht ist nicht nur eine Flucht, sondern beginnt auch mit einer Suche. Der innere Drang nach Entspannung oder Bewußtseinserweiterung ist die Sehnsucht der Seele nach Liebe, nach Wahrheit, nach Gott, nach Freude und Intensität. In unserer heutigen, Zeit in der der Fokus überwiegend auf äußeren Dingen ruht, verarmen die Menschen innerlich und resignieren, sehen kaum einen Hoffnungsschimmer ihre Sehnsucht zu stillen. Diese Sehnsucht ist aber da, weil sie erfüllt werden kann und werden will – allerdings ist es nicht möglich, das Ziel durch äußere Einflüsse zu erreichen. Für einen kurzen Moment können wir uns zwar damit befriedigen, aber es kann keine dauerhafte Erfüllung sein. Vielmehr bleibt es eine Illusion, wenn wir es nicht vollkommen bewußt, z.B. in meditativer ritualisierter Form, gebrauchen. Drogen, Zigaretten, Kaffee, Schokolade, Sex, Therapeuten, Seminare, Fernsehen, Essen, Extremsport, etc. – alles kann süchtig machen wenn es bewusstlos konsumiert wird aber es kann uns auch, bewusst genossen, eine neue Dimension eröffnen die uns weiter bringt manches mehr, manches weniger. Der Schlüssel ist die Achtsamkeit, das innere Gewahrsein unserer Bedürfnisse, Gefühle und Gedanken. Wenn wir süchtig werden, dann werden wir unfrei, wir begeben uns in die Gefangenschaft von äußeren Dingen, werden manipuliert und “verkaufen” quasi einen Teil unserer Seele. Wir belügen uns selber und laden die Illusion in unser Leben ein. Dann klammern wir uns an diese Illusion weil wir den Kontakt zu unserer inneren Wahrheit verloren haben und befürchten das ein Leben ohne diese Illusion nicht möglich oder ganz schrecklich, zumindest aber sehr schwer wäre. Diese Angst will aber einfach liebevoll angeschaut und gespürt werden und auch ihre Ursachen. Wenn wir die Ursachen unserer Angst und unserer Sucht, unser zugrundeliegendes Bedürfnis, erkennen, ist das der erste und vielleicht auch der wichtigste Schritt auf dem Weg zur Freiheit. Dann braucht es vor allem noch eine bewusste Entscheidung, von der man sich nicht einfach durch seine (Verhaltens-) Muster abbringen lässt. Hierfür und für die kritischen Momente gibt es einige Hilfen und Yoga-Techniken die wir uns zunutze machen können.

Das Problem der Sucht ist auch ein Problem der Gewohnheit. Hier liegen viele Tücken, die wir nur durch Bewusstheit überwinden können. Dieses bewusste Tun ist Yoga, so können wir uns einfach auf den Yogapfad begeben und unser Suchtmittel zunächst “yogisch” gebrauchen anstatt es einfach nur mit Willenskraft zu verdrängen. Wir wollen es in der Tiefe ergründen, die Zusammenhänge erkennen, die Bedürfnisse anerkennen und beobachten was es mit uns macht. Wir wollen jede Sekunde des “Konsums” bewusst erleben und eintauchen in den Moment. Und indem wir es so bewusst erleben verliert es die Kontrolle über uns und wir können frei entscheiden. Die Praxis der Meditation und des Hatha-Yoga unterstützen uns im erlangen dieser Bewusstheit und dem Annehmen des Moments so wie er ist um letztendlich 24 Stunden am Tag Yoga zu üben. Dies ist ein Prozess, der bei manchen schneller, bei anderen langsamer geschieht je nachdem was man dafür tut und wie man es braucht. Die zwei Grundpfeiler des Raja-Yoga heißen vairagya und abhyasa, Loslösung und Übung. Beides kann zunächst als Gegensatz erscheinen der überwunden werden will. Bei genauerem ergründen weist es uns jedoch in den weisesten Umgang mit dem Leben in all seinen Facetten, so auch mit der Sucht. Immer wieder dürfen wir loslassen, nicht anhaften und uns von allen äußeren Umständen befreien, auch mal “nichts tun”. Und immer wieder müssen wir “diszipliniert” üben, tapas (Hitze) erzeugen, unseren Geist ausrichten, oberflächlichen Impulsen nicht nachgeben, um die innere Freiheit zu gewährleisten. Dies erscheint jedoch nur Anfangs als Last und wird relativ schnell belohnt mit der Freude die durch Aktivitäten entsteht die wir der Sucht entgegensetzen. Mit Yoga-Praktiken ist die ersehnte Befriedigung (unserer innersten Bedürfnisse) und die Befreiung so viel näher als durch oberflächliche Genüsse. Sie sind (wie auch andere spirituelle Praktiken) der Schlüssel zu wahrer Freude und zur Tiefe bis zu unserem innersten Kern.

 

 

Rauchfrei mit Yoga
Kostenloser Schnupperabend am 7.3. um 20:00 Uhr
im Yogastudio, Bänschstr.74,
10247 Berlin-Friedrichshain

Wochenendseminar vom 4. bis 6. April im Berliner Umland

Weitere Infos unter www.satya-yoga.net

 

 

 


    Antarayahs

    Filed Under Patanjali: Yoga Sutras


    Im Yoga Sutra I,30 schreibt Patanjali: “vyadhi styana samsaya pramada alasya avirati bhrantidarsana alabdhabhumikatva anvasthitatvani citta viksepas te `ntarayah.”

    Er zählt hier 9 Hindernisse (antarayahs) auf, die durch die Zerstreuungen des Geistes entstehen. Diese können uns von der Yogapraxis, bzw. generell vom befreiten Leben, abhalten. Dabei sehe ich Hindernisse nicht unbedingt als etwas an, das uns unumstößlich von etwas abhält, sondern als etwas, das überwunden werden will um mit enormer Kraft ins Ziel zu gelangen. Insofern sind Hindernisse wertvolle Hinweise, die uns zeigen, wie wir unser größte Potential entfalten können. Es ist sicherlich falsch sie vermeiden zu wollen, denn damit verstärken wir sie nur. Wir dürfen sie dankbar annehmen und in das Wunderbare transformieren das sich in ihnen verbirgt.

    Dies sind die 9 Hindernisse laut Patanjali, von mir kommentiert:

    1. Krankheit – vyadhi:

    Krankheit hält uns davon ab, das Leben voll zu leben und unsere Yogapraxis zu vertiefen. Dabei ist Krankheit aber ein sehr wertvoller Hinweis, zunächst wichtiges zu bearbeiten bevor man fortschreitet. Jede Krankheit kann uns ein wahrer Guru sein und uns helfen, Licht auf verborgene Blockaden zu werfen. Wenn wir versuchen, die Krankheit ohne Widerstand zu spüren, kann sie uns erleuchtendes mitteilen, wir können sehr viel von ihr lernen. Jedes körperliche Symptom hat seine Ursache im Seelisch-Geistigen. Dadurch das es sich im körperlichen manifestiert ist das Problem einerseits schon recht fortgeschritten, ermöglicht andererseits aber einen recht einfachen Zugang über das körperliche um einen Weg zur Auflösung zu finden. Aber auch Karma spielt eine wichtige Rolle in Bezug auf Krankheit. Wenn wir nicht auf unseren Körper achten und ihm Substanzen zuführen, die ihm schaden, wird es ihn schädigen. Wobei auch hier die Konstitution und die Geisteshaltung eine abschwächende oder verstärkende Rolle spielen.

    Ich persönlich sehe nicht wirklich, das Krankheit uns von der Yogapraxis generell abhält, denn schon alleine die Beschäftigung damit kann sehr yogisch sein. Sie hält uns aber gewiss von einigen Yogapraktiken ab, die wir nur in gesundem Zustand ausführen können. Hier möchte ich aber betonen, das schon der Weg das Ziel ist, und es darauf ankommt, mit dem was ist yogisch umzugehen. So kann man eine heilende Yogapraxis in jedem Zustand praktizieren, und wenn es nur geistig ist. Gerade im Hatha-Yoga ist man aber bestrebt, vorzusorgen und sich die Krankheiten gar nicht erst manifestieren zu lassen, da man sie meistens schon vorher auflöst. Dadurch hat man in jedem Fall ein größeres Potential zu praktizieren und die Entwicklung zu beschleunigen.

    1. Mentale Lethargie, Ermattung - styana:

    Styana lässt uns nicht wirklich da sein. Es ist eine Art von Müdigkeit die es schwer macht, das Jetzt zu erfahren. Sie kann uns vom Leben und von der Yogapraxis abhalten und wenn wir nicht aufpassen, lässt sie uns abstumpfen. Auch am Ende des Mahabharata wird Müdigkeit als größtes Hindernis im Leben genannt. Ebenso wird im Buddhismus styana als eines der 5 Hindernisse genannt.

    Es lohnt sich, herauszufinden, was diese Ermattung auslöst. Die Möglichkeiten der Ursachen sind zahlreich und oft eine Kombination:

    – Zu wenig erholsamer Tiefschlaf

      • psychische Ursachen

      • Blockierungen im pranamaya kosa

      • Falsche Ernährung

      • Nahrungs (Drogen)- und Umweltgifte

      • Bombardierung von technischen Strahlungen

      • Geomantische Erd-Strahlungen

      • Energievampirismus

      • Freiwillige Energieabgabe

      • Angst

      • Und bestimmt noch vieles mehr…

    Auf Lösungsmöglichkeiten gehe ich in meiner Abhandlung über “Spirituelle Erdung” näher ein.

    1. Zweifel - samsaya:

    Zweifel sind ein großes Hindernis, da sie auch das Denken verstärken. Ihre Ursache ist eine große Unsicherheit und die Angst, das Falsche zu tun oder zu glauben. Oft ist es auch eine Angst, nicht auf dem richtigen Weg zu sein, also sein spezielles Dharma zu erfüllen. Die Ursache ist dann eine mangelnde Unterscheidungsfähigkeit, viveka. Um sich auf den Yogaweg einzulassen braucht es zumindest die minimale Unterscheidungsfähigkeit was einem gut tut und was nicht. Dann braucht es die Entscheidungsfähigkeit um dem Weg zu folgen und sich nicht zu leicht ablenken zu lassen. Yoga bringt uns immer mehr in unsere Mitte und verschafft uns den Zugang zu unserer Intuition, so das wir immer genauer wissen was wir wollen. Durch diese Erfahrung wissen wir dann auch, wie wir alle Zweifel überwinden können: durch Hineinspüren, Erleben, Verbinden mit höheren Ebenen und dem Gefühl von Liebe und Frieden folgend. Zweifel sind ein Hilferuf unserer Seele sich wieder mit ihr zu verbinden. Da sie rein aus unserem Verstand kommen, der oft nicht wirklich weiß was gut für uns ist, geht es darum, sich durch Meditation vom Verstand zu lösen, sich nicht von ihm beherrschen zu lassen. Dies ist die wichtigste Aufgabe die wir in zweifelnden Momenten haben. Wenn wir uns zu sehr auf unsere Zweifel einlassen, können sie uns zermürben, unser Herz verschließen und uns vom Fortschreiten abhalten. Dennoch können Zweifel auch sehr nützlich sein, wenn wir nämlich nicht alles so hinnehmen wie es gesagt wird und uns unsere eigenen konstruktiven Gedanken machen. An unserem Gefühl, wenn wir in uns hineinspüren, erkennen wir, ob der Verstand gerade genutzt wird oder ob er uns benutzt, da sein Lieblingshobby das Zweifeln ist. Oft ist das Zweifeln ein Ausdruck vom Kampf zwischen Verstand und Gefühl und so können wir mit der Friedensarbeit in uns selbst beginnen und uns zur einenden Intuition vorarbeiten.

    1. Achtlosigkeit - pramada:

    Meditation ist Achtsamkeit. Achtsamkeit ist der Weg in die tiefe Spiritualität und Unachtsamkeit lässt uns zurück fallen oder verirren. Meistens gibt uns das Leben sofort einen Hinweis auf Achtlosigkeiten, die wir gerade begangen haben. Z.B. durch das Stoßen an Dingen, etwas fallen lassen oder ein negatives Gefühl als Ergebnis auf eine unachtsame Aktion, das sich unmittelbar einstellt. Die Ursache liegt in einem nicht-ganz-da-sein, sich nicht in der Gegenwart befinden und einem Desinteresse, das etwas anderes als den gegenwärtigen Moment für wichtiger hält. Achtlosigkeit kann nur entstehen wenn wir nicht im Hier und Jetzt anwesend sind.

    1. Trägheit, Faulheit – alasya:

    Wenn tamas-guna (die Energie der Tägheit) vorherrscht zeigt sich das oft in einer Faulheit die uns von allem abhält, was gut für uns ist und uns in einer gewissen Weise Dahinsiechen lässt. Wir fühlen uns dann unglaublich schwer und diese Schwere breitet sich auf alles aus, so dass alles zu schwer und zu anstrengend für uns wird. Wenn wir uns davon mitziehen lassen in eine Art Bewusstlosigkeit kann das richtig gefährlich werden und wir werfen unser Leben einfach weg. Es erfordert hier wieder eine gewisse Unterscheidungsfähigkeit, ob in unserem Wunsch nach Entspannung und Ausruhen tamas-guna oder sattva-guna (die Energie der Reinheit) vorherrscht. Entspannung und Ausruhen ist oft wichtig und nötig, aber wahre Entspannung lässt uns danach wieder erfrischt und erholt sein. Wenn man sich durch Trägheit von der Yogapraxis abhalten lässt ist das eindeutig ein Zeichen von ungesunder Trägheit, von der man gewarnt sein sollte, denn es gibt immer auch ganz entspannte Yogapraktiken, z.B. eine Tiefenentspannung, die unserem Bedürfnis nach Ausruhen entgegenkommt.

    1. Anhaftung an weltlichen Dingen – avirati:

    Wenn wir uns zu sehr von weltlichen Dingen und Sinnesgenüssen beeinflussen lassen und dabei den Halt in unserem Selbst verlieren, führt das zu einer Zerstreuung in der Außenwelt. Wir sind dann nicht mehr wir selbst, reagieren nur noch auf äußere Einflüsse und sind sehr manipulierbar. Wenn wir uns an äußeren Dingen festhalten, was wirklich idiotisch ist, da wir dadurch ihre Vergänglichkeit ignorieren, hält uns das von unserer Yogapraxis und dem Erkennen vom einzig wahren, unvergänglichen ab. Wenn wir aber die weltlichen Dinge nur nutzen und durchaus auch genießen im Bewusstsein ihrer Vergänglichkeit, dann erfüllen wir ihren und unseren Daseinsgrund.

     

    1. Täuschung - bhrantidarshana:

    Täuschung kann durch falsche Sinneswahrnehmung, durch falsches Verstehen und durch Einbildung zustande kommen. Vor allem sehe ich hier die Gefahr einer Subjektivität, die alles aus dem eigenen, unvollkommenen Blickwinkel betrachtet und die stark durch unsere Prägungen und den Verstand beeinflusst ist. So ist es wichtig, immer nach einer höheren, objektiveren, übergeordneten Sichtweise zu streben und sich nicht von Illusionen täuschen zu lassen. Wichtig ist hierbei, sein Ego nicht so wichtig zu nehmen und nach der absoluten Wahrheit zu streben. Im Hinblick auf die Yogapraxis ist es wichtig, wie auch Taimni betont, kleine Erleuchtungserlebnisse nicht gleich für die große Erleuchtung zu halten. Diesbezüglich gibt es z.B. viele Menschen, die sich für erleuchtet halten, auf einer Ebene auch wirklich einen Teil der großen Wahrheit erkannt haben, die dadurch aber abgehalten werden, weiter zu gehen und die wahre, allumfassende Erleuchtung zu finden.

    1. Die Unfähigkeit, festen Boden unter den Füßen zu gewinnen – alabdabhumikatva:

    Es ist wichtig für den Fortschritt, gut geerdet zu sein, Stück für Stück die Konzentration beizubehalten und sich nicht gleich umwerfen zu lassen. Die Yogapraxis kann uns einen guten Halt geben. Wichtig ist hierbei, den Blick für die Realität (die objektive Situation des Moments) nicht zu verlieren. Wenn wir uns auf der Stufe, wo wir stehen, vollständig wahrnehmen, mit allem Guten und Schlechten, dann können wir uns in optimaler Weise weiterentwickeln, von da aus wo wir im Moment sind und ohne den ewigen Moment zu verlieren. Dies erfordert eine Akzeptanz der gegenwärtigen Realität, so wie sie ist. Die körperlichen Übungen des Hatha-Yoga unterstützen ein “am Boden bleiben” durch die Beschäftigung mit dem physischen Körper.

    1. Unbeständigkeit - anavasthitatvani:

    Das verlieren der Konzentration führt zur Unbeständigkeit.

    Wenn wir nicht genügend fokussiert sind auf eine Sache, kann sie uns schnell wieder entgleiten. Auch hier erfordert es wieder Unterscheidungsvermögen, welche Dinge mir wirklich wichtig sind und welche eben nicht. Ich kann mich nicht mit allem beschäftigen was mir gut tut sondern muss eine Auswahl treffen, was das allerbeste für mich ist. Meiner Erfahrung nach erledigt sich das Hindernis der Unstetigkeit, wenn man das, was einen bis in die Tiefen der Seele erfüllt, gefunden hat.

    In meiner eigenen Yogapraxis sehe ich folgende Form von Unbeständigkeit: Die Energie, die mir Yoga gibt, verliere ich oft wieder ganz schnell. Es mangelt mir nicht an Ausdauer oder Motivation, denn ich könnte mein ganzes Leben mit Yoga verbringen; aber meine Herausforderung ist, die gewonnene Energie, Entspanntheit und Freude auch im Alltag zu halten. Das Problem liegt also in der Unbeständigkeit meiner Konzentration und Achtsamkeit, also in der Bewusstheit die doch sehr Lückenhaft ist.

    Abschließend möchte ich anmerken, das es meiner Meinung nach für alle Hindernisse nur zwei Lösungen braucht: Bewusstheit und Unterscheidungsfähigkeit. Wenn wir uns also nur auf die Entwicklung dieser beiden Eigenschaften beschränken, führt das zur Lösung all unserer Hindernisse und Probleme. Yoga generell führt zur Bewusstheit und Patanjali hat den achtfachen Yogapfad, ashtanga yoga marga, zur Stärkung der Unterscheidungsfähigkeit (viveka) entwickelt. Im Grunde führt Bewusstheit zur Unterscheidungsfähigkeit, diese Bewusstheit ist also das worauf wir uns ausrichten müssen. Im folgenden Yoga Sutra I,32 beschreibt das eigentlich auch Patanjali: “tat pratisedha artham ekatattva abhyasah“, Taimni übersetzt: “Zur Beseitigung dieser Hindernisse sollte eine Wahrheit bzw. ein Prinzip ständig geübt werden”.

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    Filed Under Anatomie

    Natürlich wird während der Atmung nicht nur Sauerstoff durch unseren Körper bewegt, sondern vor allem Prana reine Lebensenergie. Hier möchte ich mich aber nun auf den rein körperlichen Atemvorgang beschränken, der wie folgt abläuft:

    Die Atmung wird durch die Medulla Oblongata, unser Atemzentrum im Gehirn, geregelt, die den Kohlendioxid (CO2) Pegel im Blut misst und beim Anstieg desselben einen Impuls zur Einatmung durch das Rückenmark an die Atemmuskulatur gibt. Insofern ist der erste Zweck der Atmung, uns mit der Ausatmung des CO2 und vieler Schlacken im Körper zu entledigen, die ihn schnell vergiften würden. Aber auch ohne Sauerstoff (O2) kann ein normaler Mensch nicht mehr als wenige Minuten überleben. Er ist das wichtigste Kriterium für die Gesundheit jeder Zelle unseres Körpers. Sauerstoffmangel ( und in Folge dessen Übersäuerung) ist eine der Hauptursachen für die meisten Krankheiten. Über die Lunge nehmen wir mit der Einatmung diesen lebenswichtigen Sauerstoff in unseren Körper auf. Die Lunge erstreckt sich vom Schultergürtel bis zum Zwerchfell und ist gut geschützt durch den Brustkorb. Mit diesen Teilen ist sie gleitend verbunden durch einen luftdichten Raum zwischen Lungenfell und Rippenfell, sie muss also den Bewegungen von Brustkorb und Zwerchfell folgen. Sie besteht aus zwei Lungenflügeln, einen rechten und einen etwas kleineren linken. Der rechte Lungenflügel hat drei Lungenlappen (vorne, hinten und seitlich), während der linke nur zwei davon hat, da das Herz zwischen ihnen liegt. Die Lunge ist sehr elastisch, sie kann sich weit ausdehnen und mit Luft füllen und dann wieder zusammenfallen und schwammartig zusammengepresst werden durch die Ausatmung. Die Gesamtoberfläche der Lunge hat die Größe eines Fußballfeldes, was durch die immer kleiner werdenden Verästelungen des “Lungen-Baumes” zustande kommt. Bei einem gesunden jungen Erwachsenen befinden sich bei normaler Atmung etwa 6 Liter Luft in der Lunge. Nach der natürlichen Ausatmung kann immerhin noch ca. 1,1 Liter mehr aktiv ausgeatmet werden, dennoch verbleiben nach größtmöglicher Ausatmung immer noch ca. 1,2 Liter Restluft in der Lunge. Die Vitalkapazität beträgt also im Durchschnitt 4,8 Liter. Bei normaler Atmung wird aber durchschnittlich nur etwa ein halber Liter Luft raus und rein bewegt. Dies zeigt, wie wenig wir nur von unseren Kapazitäten nutzen, im Durchschnitt nur 10%!

    Bewegt wird die Lunge durch die Atemmuskulatur. Wir können die Lunge in einen unteren, einen mittleren und einen oberen Teil einteilen, diese Bereiche werden durch verschiedene Muskeln bewegt. Die untere Lunge, die sich zuerst mit Luft füllt, wird durch das Zwerchfell bewegt. Es ist der größte Muskel im Körper der sich wie eine Kuppel über die Bauchorgane legt bzw. spannt und den Brustraum vom Bauchraum trennt. Es spannt sich zwischen den untersten Lendenwirbeln, den untersten Rippenbögen und dem Brustbein auf. Der Einatemimpuls lässt das Zwerchfell sich aktiv nach unten hin zusammenziehen wobei ein Unterdruck entsteht dem die passive Einatmung der Luft über die Luftwege folgt. Durch die Spannung des Zwerchfells werden die Bauchorgane massiert, was nicht unbedingt durch eine zu starke nach-außen-Wölbung, also völlige Entspannung, der Bauchdecke verhindert werden sollte1. Mit der Ausatmung entspannt sich das Zwerchfell wieder nach oben zurück und reicht bis zur 5. Rippe, bei zusätzlicher Kontraktion nach der vertieften Ausatmung bis zur 6. Rippe. Mit einbezogen in die Aktivität der unteren Atmung (adham pranayama) ist die gesamte stabilisierende Rumpfmuskulatur inklusive Beckenboden. Die mittlere Atmung (madhyam pranayama) ist die interkostale Atmung die durch die Dehnung der Zwischenrippenmuskulatur, also die Weitung des Brustkorbs, ausgelöst wird und bei der durch die Ausatmung auch das Herz massiert wird. Die obere Atmung (adhyam pranayama) geschieht durch die Muskeln im Schultergürtel und Hals welche die Schlüsselbeine anheben.

    Der Prozess der Atmung wird in die äußere und die innere Atmung unterteilt. Die äußere Atmung beschreibt das “Luft holen” während die innere Atmung den Gasaustausch im Körper beschreibt. Die Lunge ist aufgebaut wie ein umgekehrter Baum mit Wurzeln, Stamm, Ästen und Zweigen. Eintrittspforte für die Luft ist die Nase. Hier wird die Luft durch einen Haarfilter vorgereinigt und durch die Nasenschleimhaut erwärmt und befeuchtet. Deswegen ist es so wichtig durch die Nase zu atmen. Die Luft strömt weiter durch Rachen und Kehle in die Luftröhre, die ein biegsames und festwandiges Rohr ist. Sie ist der Stamm des Bronchialbaums. An ihrem Ende beginnen die Bronchien mit zwei kurzen dicken Ästen die sich immer weiter aufteilen bis hin zu kleinsten Zweigen, den winzigen Bronchiolen. Bis hier wird die Luft auch weiter gereinigt und Verschmutzungspartikel werden über einen Schleim wieder abtransportiert (zum Rachen hin). An jeder Bronchiole hängt eine Traube Alveolen, die Lungenbläschen. Hier findet der Gasaustausch mit den Lungen-Kapillaren, von der Lungenschlagader des Herzens kommend, statt und es beginnt die innere Atmung mit dem Gasaustausch. Über eine Membran geben die Kapillaren Kohlendioxid an die Lungenbläschen ab und die Lungenbläschen geben Sauerstoff an die Kapillaren ab. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) in den Kapillaren nehmen den Sauerstoff auf und über den Blutkreislauf, der etwa 3 min. dauert, wird jede Zelle des Körpers mit sauerstoffreichem Blut versorgt und von Kohlendioxid befreit, das wieder ausgeatmet wird. Deswegen entfaltet sich die optimale Wirkung im Yoga wenn ein Asana drei Minuten gehalten wird, natürlich nur wenn dies auch ganz angenehm ist.

    1 Nach Andre van Lysebeth: “Die große Kraft des Atems”, S.133f

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    Mudras

    Filed Under Allgemein

    Mudras sind Gesten die entweder mit den Händen, mit dem ganzen Körper, mit dem Geist, mit der Zunge oder mit den Augen ausgeführt werden. Die Wurzeln des Wortes (mud-dravay) weisen darauf hin, das ein mudra zum Glück führen kann. Auf körperlicher Ebene wirken mudras vor allem über die feinstofflichen Energiebahnen der nadis auf unser Nerven- und Drüsensystem und besonders auf unser Gehirn. Sie werden auch als neuromuskuläre Gesten beschrieben. Mudras wirken auf einer sehr subtilen Ebene die Körper, Geist und Seele umfasst und sind vor allem eine Technik zur Erweckung der kundalini – Energie. Hier wirken sie besonders auf den Teil der iccha-sakti, unsere Willenskraft. Ein mudra wirkt als Siegel, das unserem Tun eine Kraft und Gültigkeit, eine Art Vollendung gibt. Des weiteren wirken sich mudras positiv auf unsere Aura, auf die Befreiung von Blockaden (z.B. der granthis entlang der sushumna) und unsere gesamte Entwicklung aus.

    Die bekanntesten, allgemein unter “mudras” verstandenen sind die Handmudras (hasta mudras). Sie sind auch für Anfänger geeignet und bieten sogar einen für sich allein stehenden Zugang zur Yogapraxis. Über unsere Handreflexzonen können wir auf unseren gesamten Organismus einwirken, denn bestimmte Teile der Hände sind energetisch verbunden mit bestimmten Teilen unseres Körpers. In den Händen befinden sich auch wichtige chakras, die zum anahata cakra (Herzchakra) gehören und mit unserer Herzens- und Heilungsenergie verbunden sind. Außerdem enden viele nadis in unseren Fingern, wodurch wir Energie entweder nach außen oder in verschiedenster Weise wieder nach innen lenken und verbinden können. So können wir Handmudras nutzen um zur Ruhe zu kommen oder um Energien zu mobilisieren und natürlich um Gesundheit auf verschiedensten Ebenen fördern. Es gibt z.B. prana mudras, die den Atem in die verschiedenen Bereiche der Lungen lenken; pranayama mudras die während des pranayama benutzt werden und die Energie innerhalb von annamaya und pranamaya- kosa lenken und dharana mudras die den Fokus auf die Meditation lenken. Aber auch für alle Aspekte des Lebens abseits von Yoga gibt es spezielle mudras die uns dienen und mehr Bewusstheit schaffen können. Dabei machen unsere Hände schon von Natur aus sehr oft mudras, die uns entweder dienen oder uns aber blockieren können. Hier müssen wir einfach darauf achten, das unser Energiefluss nicht durch unwillkürliche Gesten gestoppt wird.

    Körpermudras (kaya mudras) werden mit dem gesamten Körper, mit kumbhaka (gehaltenem Atem) und bandhas (energetische Verschlüsse), ausgeführt. Sie stellen die Vollendung einiger asanas (Körperhaltungen) dar und intensivieren ihre Wirkung bzw. geben ein breiteres Wirkungsspektrum ihrer Energie. Diese kaya mudras dürfen nur von fortgeschrittenen Praktizierenden ausgeübt werden, einerseits um körperliche Beschwerden zu vermeiden, andererseits um eine frühzeitige, fehlgeleitete kundalini-Erweckung zu vermeiden, die zu starken physischen und psychischen Krankheiten führen kann. Zur Kategorie der kaya mudras gehören auch mudras die mit den Augen oder der Zunge ausgeführt werden. Die letzte Kategorie bilden die manas mudras die alleine mit dem Geist ausgeführt werden. Hierzu zählt z.B. samkalpa, ein positiver Entschluss, und die Identifizierung mit dem Höheren Selbst.

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    Kostenlose

    Filed Under Yogakurse und Seminare

    Namaste,

    ich lade euch herzlich ein, am kommenden Mittwoch (16.1.) um 12:30 Uhr und am Donnerstag (17.1.) um 9:00 Uhr meinen Yoga-Unterricht in Berlin- Friedrichshain ( im Yogastudio, Bänschstr. 74) kostenlos zu genießen. Dies gilt für diejenigen die meinen Unterricht noch nicht kennen. Allen anderen biete ich diese Stunden zum einmaligen Preis von nur 7 Euro an.

    Mehr Infos über mich und mein Yoga gibt`s hier:

    www.satya-yoga.net

    Alle meine Kurse:

    Montags, 20 bis 21.30 Uhr
    In der Surya-Villa, Rykestr. 3, 10405 Berlin
    Prenzlauer Berg

    Donnerstags 9:00 bis 10:30 Uhr
    Im Yogastudio, Bänschstr.74, 10247 Berlin:
    Friedrichshain
    Anfänger – Mittelsufe

    Donnerstags 18:30 bis 20 Uhr
    Bei Corpus Libra, Kollwitzstr. 89, 10435 Berlin:
    Prenzlauer Berg
    Anfänger

    Donnerstags 20:15 bis 21:45 Uhr
    Bei Corpus Libra, Kollwitzstr. 89, 10435 Berlin:
    Prenzlauer Berg
    Mittelstufe Read more

    Ishvara

    Filed Under Bhakti-Yoga

    Ishvara ist eine der tausenden Bezeichnungen Gottes, in seinem persönlichen Aspekt des “Höchsten Herrn” und des Weltenschöpfers. Ishvara kann z.B. Krishna sein oder Shiva oder Vishnu oder Allah oder der christliche Gott oder das Höchste Selbst, alles was für einen persönlich dem Gottes-Ideal entspricht. Für Taimni ist Ishvara z.B. “nur” ein Purusha (ein Bewusstsein) der sich zum Schöpfer eines eigenen Universums entwickelt hat, in unserem Fall der Schöpfer dieses Sonnensystems. Jeder kann also seine Vorstellung von dem Höchsten was über einem steht in Ishvara hineininterpretieren, dabei ist es nicht so wichtig welche Dimension man wählt, die Hauptsache ist das man eine persönliche Beziehung zu ihm aufbauen kann. Patanjali´s Yoga Sutras sind eine ganz praktische, sehr kurz gefasste Anleitung um zur Befreiung der kreisenden Gedanken des Geistes und dadurch zur Erleuchtung zu gelangen. Die Yoga Sutras sind auf der Basis der atheistischen Samkhya-Philosophie gewachsen, die keinen Gott kennt. Dies zeigt schon, wie verwunderlich und wie bedeutend die mehrmalige Erwähnung von Ishvara Pranidhana, der Hingabe an Gott, ist, wo der Text doch so kurz wie möglich gefasst ist. Ishvara Pranidhana meint die Hingabe unseres ganzen Seins und all unseres Handelns für das Höchste was wir uns vorstellen können. Indem wir alles was wir denken und tun in Einklang mit dem göttlichen Willen bringen und die Gegenwart als seinen Willen annehmen, uns diesem mit Demut dankbar anvertrauen, geben wir uns Gott hin. Damit lösen wir uns von unseren egobehafteten Gedanken und können uns einfach im Fluss des Lebens spüren und aus dem göttlichen Willen heraus handeln und das beste schaffen. Wir werden zu einem Kanal für die göttliche Energie. Dadurch fließt diese liebende, hellste und freudigste Energie durch uns hindurch und schafft Heilung in uns selbst und in unserem Umfeld und dadurch auch in unserer ganzen Welt..

    Patanjali beginnt die Erläuterung des Yogapfades mit seiner Erklärung von samadhi (Erleuchtung, Ekstase) und dem Weg dorthin durch das Zur-Ruhe-Kommen der Gedanken. Und schon in Sutra I,23 heißt es “isvara pranidahnad va“, “oder (das Ziel des Yoga kann erreicht werden) durch vollkommene Hingabe an das Höchste / Gott”. Hier wird der Pfad der Hingabe als eine eigenständige Alternative zu allen anderen angebotenen Übungswegen, die zu samadhi führen, eingeführt. Hingabe ist ein sich-fallen-lassen im Erleben durch absolutes Vertrauen. Wenn diese Hingabe nicht nur mit Akzeptanz sondern mit Liebe erfolgt, ist es Bhakti-Yoga (der Yoga der liebenden Hingabe), der schon in der Bhagavadgita als höchster Yoga bezeichnet wird. In den folgenden Sutras wird die Natur von Ishvara definiert: Er ist ein Purusha (Bewusstsein) der unberührt ist von klesas und karma, eine unübertroffene Quelle der Allwissenheit, der Meister aller Meister und unbegrenzt von Zeit. Seine Manifestation in Klang und Schrift ist “om” und durch seine Wiederholung erfassen wir seine Bedeutung und lösen alle Hindernisse auf um den Zugang zu ihm zu schaffen.

    Im ersten Aphorismus des 2. Teils (II,1), der sich mit dem Übungsweg beschäftigt, wird Kriya-Yoga, der Yoga des Handelns (um auf samadhi vorzubereiten), folgendermaßen definiert: “tapah svadhyayaesvara-pranidhanani kriyayogah“, “Intensives Bemühen (Praxis), Selbststudium (Innenschau) und Hingabe an Gott bilden den Yoga des Handelns.”. Hier weist Patanjali darauf hin, das ishvara pranidhana nicht nur ein alternativer Weg ist, sondern auch in jede andere Praxis mit einfließen muss! Der Weg zu samadhi muss mit dem Herzen gegangen werden, sonst wird er nicht vollständig gegangen und kann nicht zum Ziel führen. Der Pfad ist hohl und leer wenn er nicht von der allumfassenden hingebungsvollen Liebe durchdrungen ist, welche die Grundlage sowohl der Quelle als auch des Zieles ist. Ishvara pranidhana ist aber nicht nur eine alternative Praxis um zu samadhi zu gelangen und ein wesentlicher Teil von kriya-yoga, sondern ihm wird auch eine große Bedeutung im achtfachen Yogapfad (ashtanga yoga marga), dem zentralen Teil der Yoga Sutras, beigemessen. Hier taucht ishvara pranidhana auf als eines der niyamas, der inneren Disziplinen die ein Yogi entwickeln sollte. In Sutra II,45 heißt es “samadhi siddhir isvara pranidhanat“, “Vollkommenheit in samadhi wird erlangt durch Hingabe an Gott”. Dies bekräftigt, das die Vollkommenheit, die ein Yogi anstrebt, nur durch Hingabe an das Göttliche geschehen kann. Dies ist eigentlich auch ganz logisch, da nur Gott vollkommen ist. Nur wenn wir uns ihm ganz hingeben, können auch wir selbst dadurch Vollkommenheit erlangen.

    Da Yoga eben keine bloße Theorie sondern Praxis ist, müssen wir schauen, wie wir von dem Standpunkt, wo wir uns befinden zu unserem höchsten Ideal der Vollkommenheit kommen. Je mehr wir uns im Alltag auf Ishvara besinnen und Gott in allen Erscheinungen sehen, wenn wir zumindest nicht gegen seinen Willen ankämpfen sondern uns dieser höheren göttlichen Macht anvertrauen, desto mehr werden wir Gott erkennen und eine hingebungsvolle Beziehung zu ihm aufbauen können. Er schenkt uns dieses Urvertrauen, das wir wie er ewig sind, das alles so ist wie es sein muss. Dann darf unser Ego aufhören, sich in Gedanken voller Wünsche und Abneigungen zu verstricken. Ein wichtiger Aspekt ist, immer mehr das Gefühl von Dankbarkeit zu entwickeln. Wir können in jeder Sekunde unseres Lebens etwas finden wofür wir dankbar sein können, und wenn es “nur” unsere Kraft zum Atmen ist. Das schöne ist, das uns nach den göttlichen Gesetzmäßigkeiten immer mehr Dinge geschenkt werden für die wir sehr dankbar sein können, je dankbarer wir sind. Und je dankbarer wir für das sind, was wir haben desto weniger verstricken wir uns in Wünsche und Abneigungen und verbinden uns mit den Geschenken Gottes und dadurch mit ihm selbst. So kann das Gefühl der Dankbarkeit unser ganzes Leben umwandeln. Wenn wir Gott erlauben mit seinem Willen durch uns zu wirken, brauchen wir nur noch die Geschenke des Augenblicks zu empfangen und unser Geist kommt automatisch zur Ruhe. Dann kann uns tiefer Frieden erfüllen. Read more

    Om

    Filed Under Bhakti-Yoga

    Mein Lieblingsmantra ist “om purnam adaha purnam idam, purnat purnam udacyate, purnasya purnam adaya, purnam eva vasisyate“. Übersetzung: “Jenes ist ganz. Dieses ist ganz. Aus dem Ganzen manifestiert sich das Ganze. Wenn das Ganze verschwindet, bleibt das Ganze zurück”. Eine schöne Übersetzung von Margret Distelbarth ist auch: “Fülle dort Fülle hier. Vom Vollen das Volle genommen habend: voll wahrlich bleibt es.”. Dieses mantra hat mich sofort begeistert. Es erinnert mich daran, das alles da ist und das nichts wirklich vergeht, obwohl in dieser Welt alles vergänglich ist. Das mantra sagt, das die Quelle der Fülle unerschöpflich und unteilbar ist. Was ist nun diese Fülle, diese Ganzheit? Mein erster Impuls ist: unerschöpfliche bedingungslose Liebe, und das kommt dem Gefühl vielleicht am nächsten. Es ist das strahlendste Licht, die reinste Reinheit, absolute Freude, der größte Reichtum und einfach das absolute unteilbare Individuum Gott! Armin Risi ist der Herkunft des Wortes “Individuum”1 nachgegangen und schreibt u.a.: “Jenseits von Dualität ist Individualität. Individualität bedeutet das (…)Unteilbar-, Ganz-, und Vollständigsein. (…) Individuell bedeutet damit auch unvergänglich; ewig; immateriell (spirituell)”.2 So finde ich es legitim, “purnam” in diesem Fall mit “Gott”, dem absoluten Individuum, gleichzusetzen. Das Göttliche ist überall, durchdringt alles ohne sich zu zerteilen oder schwächer zu werden. Es ist ewige Fülle, ewige Freude, ewige Liebe. Und es ist gut zu wissen, das die Fülle schon immer da ist – dort (Jenseits) und auch hier (Materie) und das wir daraus unbegrenzt nehmen dürfen, da es unerschöpflich ist. Es ist bestimmt im Sinne des absoluten Individuums, das wir aus der Fülle schöpfen und unsere eigene Individualität erkennen. Fülle ist überall hier und jetzt.

    1 Duden, Band 7: Das Herkunftswörterbuch: Individuum: (…) “das Unteilbare”, das als Lehnübersetzung von griech. Atomos (Atom) mit verneinendem in… zu lat. dividere, “trennen, zerteilen”, gebildet ist.

    2 Armin Risi: “Licht wirft keinen Schatten”, S. 167

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    OM

    Filed Under Philosophie

    Om ist der Urklang des Universums, der reine, unangeschlagene Klang Gottes. Aus dieser Urschwingung ist alles in dieser Welt hervorgegangen und dieser Urklang schwingt in allem weiter, ist die Essenz allen Seins. Wenn wir uns in den Schwingungs-Bereich von om begeben, können wir transzendieren und unsere körperlichen Grenzen überschreiten. Om ist wie der Name Gottes, durch om können wir ihn rufen und uns mit ihm verbinden. Auch auf rein körperlicher Ebene wirkt das Tönen von om sehr wohltuend, z.B. wird wohl durch die Vibration die Hypophyse massiert und insofern die Hormonproduktion positiv beeinflusst. Wichtig hierbei ist der nasale Klang des “m” der wie ein “ng” klingt. Wahrscheinlich hat dieser Klang auch auf das gesamte Gehirn einen positiven Einfluss. Wir können unseren ganzen Körper mit dieser Vibration erfüllen, so das alle Zellen in den “om-Zustand” versetzt werden und es eine sehr heilende und befreiende Wirkung hat. Wir können dabei visualisieren, wie wir mit Licht erfüllt werden. Wir können das Om auch vom Beckenboden ausgehend die Wirbelsäule aufsteigen lassen bis über das Kronenchakra am Scheitel, was die kundalini-shakti aktiviert (und nebenbei den Beckenboden trainiert). Auch auf den Raum, in dem om erklingt, hat es einen sehr reinigenden, klärenden Einfluss. Om ist nicht nur das Ur-bija-mantra sondern auch das bija vom ajna-cakra. Es verbindet uns also mit unserer Intuition, gibt uns Klarheit und Erkenntnis und führt uns so zu wahrer Weisheit. Das om wird in Sanskrit aum geschrieben, weswegen es wohl eine Mischung aus beidem ist. Das tönen von aum soll mehr auf die innere, tiefere Ebene und om mehr äußerlich wirken. Om bereitet die tiefe Erfahrung des aum vor. Auf (meiner Meinung nach) intellektueller Ebene wird om mit den 4 Zuständen des Seins beschrieben: Wachbewusstsein, Traumbewusstsein, Tiefschlaf und turiya, die Transzendenz oder einfach der Zustand der Meditation, ein allumfassendes Bewusstsein. Hier ist der Weg mittels des oms durch alle Bewusstseinzustände hindurch zur Befreiung zu gelangen. Auch wird das A dem physischen Körper und den unteren drei Chakren, das U dem Astralkörper und dem Herzchakra und das M dem Kausalkörper und den oberen drei Chakren zugeordnet. Andere wiederum interpretieren Trinitäten (z.B. Vishnu, Brahma, Shiva) in das Symbol des om. Ich persönlich liebe den Klang des om, kann aber nicht durch irgendwelche intellektuellen Überlegungen, die mir das om zu begrenzen scheinen, zu ihm durchdringen, sondern nur durch die Erfahrung des Klanges selbst und der Stille danach. Om wird den mantras vorangestellt, wodurch eine direkte Verbindung zum göttlichen Urgrund hergestellt wird. Besonders ein dreimaliges tönen von om am Ende der Meditations- oder Yogapraxis wirkt wie ein Siegel, das die aufgebaute Energie verstärkt und schützt.

     

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    Mantras

    Filed Under Bhakti-Yoga

    Oh Name, fließe herunter im Mondlicht auf den Lotos des Herzens, öffne seinen Kelch dem Wissen über dein Selbst. Oh Selbst, ertrinke tief in den Wellen Seiner Glückseligkeit, singe dauernd Seinen Namen, schmecke Seinen Nektar bei jedem Schritt, bade in Seinem Namen, jenes Bad für müde Seelen.” So wunderschön beschrieb Sri Chaitanya das chanten der heiligen Namen Gottes.

    Mantras sind Klangschwingungen die uns direkt mit dem Göttlichen, mit der Essenz des Universums und seinen verschiedenen Aspekten verbinden können. Es sind esoterische Formeln die uns den Zugang zu bestimmten Energien schaffen können. Nada brahma - die Welt ist Klang, dies ist ein uraltes Konzept, das besagt, das das gesamte Universum aus Klangschwingungen besteht. Alles ist aus dem einen Urklang om hervorgegangen. Jedes Ding und jedes Lebewesen im Universum klingt, alles hat seinen Ton, von dem das menschliche Ohr nur ein sehr geringes Spektrum wahrnehmen kann. Auch jeder Mensch hat seinen ureigenen Ton und mit seiner Stimme ein wunderbares Instrument, diesen auszudrücken. Die individuelle Stimme ist unglaublich facettenreich und wenn sie sich frei entfalten darf wirkt sie sehr heilend und befreiend und verbindet einen mit seinem Sein, mit seiner einzigartigen Individualität. Tönen ist eine wunderbare Möglichkeit zu sich zu kommen, Blockaden zu lösen, alle Zellen des Körpers schwingen zu lassen, Raum zu schaffen und zu erfüllen, frei und glücklich zu werden. Durch Singen öffnet sich unser Herz, wir schwingen im Rhythmus des Lebens und der Musik, die Kreativität kann sich frei entfalten und wir können vor allem unserem individuellen Grundton begegnen und uns von ihm führen lassen. Mantras gibt es in allen Kulturen und wir können auch eigene kreieren die uns begleiten, aber hier geht es vor allem um die klassischen indischen mantras. Sanskrit ist eine uralte Sprache, die so viel spirituelle Bedeutung in sich trägt das sie sehr kraftvoll wirkt. In alten Zeiten waren mantras geheim und wurden nur Eingeweihten übergeben, heute sind die meisten jedem zugänglich und können auch ohne Einweihung wirken. Aber ein persönliches Mantra, das man nur von einem erleuchteten Guru empfangen und das geheimgehalten werden sollte, kann unsere ganz persönliche Tür zu Gott öffnen, wenn wir es regelmäßig im Geist rezitieren. Mantra-Singen ist reiner bhakti-yoga, ein Yoga der liebenden Hingabe aus dem Herzen heraus. Dies geschieht einfach ohne das man dazu was tun müsste. Es geschieht noch einfacher, wenn man alle Gedanken loslässt und sich einfach dem Klang der Musik hingibt und aus dem Herzen singt. Gemeinsam in einer Gruppe zu singen potenziert die Energie und kann einen noch tiefer in die Erfahrung eintauchen lassen, dabei kann ein sehr hohes Energiefeld entstehen. Mich hat mantra- Singen zum tieferen Erfahren und Integrieren des bhakti-yoga geführt. Ich konnte hier manchmal eine sehr tiefe bedingungslose Liebe zum Göttlichen, eine Verbundenheit mit allen Menschen und einen Frieden in mir erfahren, der mich mit Glückseligkeit erfüllt hat. Einige mantras begleiten mich in meinem Leben, ob bei der Hausarbeit, beim Radfahren oder Gehen, immer wenn es sich integrieren lässt. Sie erinnern mich immer wieder daran, das ich alles im Leben auf Gott ausrichten kann. Sie öffnen mein Herz und meine Stimme auf dem Weg zur Freiheit, wobei ich für verschiedene Stimmungen verschiedene mantras verwende. Grundlegend ist dabei mein Gefühl der Dankbarkeit und Hingabe für alles was ich erfahre und habe. Dieses Gefühl überkommt mich leicht wenn ich Singe.

    Etwas schwieriger ist die subtile Arbeit mit meinem persönlichen mantra, welches ich von Amma bekommen habe. Es ist wie das graben nach Wasser, das Ausdauer und Regelmäßigkeit erfordert und ist eine gute Meditationspraxis um die Gedanken zu beruhigen und Hingabe zu üben. Ein persönliches mantra sollte man täglich mindestens 108 mal oder 10 Minuten wiederholen. Man kann es aber auch jederzeit nebenbei rezitieren, am besten “schweigend”. Ein (vor allem das persönliche) mantra soll noch stärker wirken, wenn es nur in Gedanken rezitiert wird.

    Eine andere Mantra-Praxis ist das aufschreiben eines mantras, am besten 108 mal. Dies ist Teil des likitha-yoga.

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    Die

    Filed Under Hatha-Yoga

     

    Schon zu Beginn der Umterrichtsstunde, der sadhana, ist es wichtig, ins Hier und Jetzt zu kommen, alle Gedanken loszulassen und sich ins Spüren hineinzubegeben. Der Atem kann uns unterstützen, alle Spannungen die uns davon abhalten, loszulassen. Für die meisten Menschen ist es sehr schwierig, ohne Vorbereitung alles loszulassen, aber es ist wichtig, die Konzentration (dharana) auf den gegenwärtigen Moment als Leitmotiv von Anfang an einzubringen. Das Ankommen am Anfang der Stunde ist die Möglichkeit, sich leer zu machen für neue Erfahrungen. Im Laufe der Yogapraxis wird man immer öfter in den Moment eintauchen. Es ist einfacher, den Moment zu erspüren, wenn man mit Körperübungen beschäftigt ist. Ein wichtiger Punkt für das Erleben des Moments ist das Ausschalten der Bewertungen des Geistes, also die Annahme von allem so wie es ist, die Hingabe an das Jetzt. Gerade bei Anfängern sehe ich immer wieder dieses Problem der Selbstkritik. Sie möchten woanders sein als da wo sie sind und geben sich selbst ein schlechtes Gefühl für das wo sie sind. Hier ist eine besondere Vermittlung des niyamas santosha gefragt, der heiteren Gelassenheit. Das Erkennen und Annehmen dessen wo wir sind, zeigt uns das ungeheure Potential unserer Entwicklung auf, und wir können uns voller Freude und Neugierde auf die ganzen Entdeckungen in den Transformationsprozess begeben. Wenn wir uns so schon mal der geistigen Hindernisse entledigt haben, können wir uns ganz auf die genussvolle Erfahrung mit unserem Körper einlassen. Wir spüren, welche Befreiung einerseits und welches starke Fundament andererseits uns die asanas schenken. Wir treten in intensivsten Kontakt mit unserem Körper, sehen, wo er Kräftigung und wo er Dehnung braucht und lassen uns ganz auf seine Bedürfnisse ein. Besonders erdende und kraftvolle asanas wie meru asana, virabhadrasana I + II, chatuspadasana, tala kriya und vor allem die Arbeit an ashvini mudra bzw. mula bandha geben uns die Stabilität die wir brauchen um ganz loslassen zu können ohne den Halt in uns zu verlieren. Fließende Bewegungen lassen uns einen Fluss verspüren, dem wir uns anvertrauen und dabei auch verschiedene Aspekte wie pranayama( Lenkung der Lebensenergie durch den Atem), dharana (Konzentration), kriya (Bewegungsfluß) und asana (Körperhaltungen) miteinander verbinden können. Wir erleben unseren Körper als einen Teil von uns der mit dem Ganzen zusammenhängt und eine Einheit bildet. Das heißt, wir befreien immer mehr unser gesamtes Energiefeld von Blockaden, was uns zu immer größerer Befreiung und Freude führt. Durch unsere Körperlichkeit und Sinnlichkeit beginnen wir, das Spektrum des Wahrnehmbaren immer wieder zu erweitern. Zunächst erleben wir unseren Körper auf der annamaya-Ebene (Körper, siehe panca kosha) und bringen ihn in das asana, spüren Dehnung und Kraft. Dann integrieren wir den pranamaya-kosha durch den Fokus und die Lenkung des Atems. Hier können wir auch in den “inneren Körper” und sein Leben hineinspüren. Den manomaya-kosha integrieren wir durch das bewusste Beobachten unseres Geistes, durch das wahrnehmen der Gefühle und Gedanken, die das asana in uns auslöst. Wenn unser Geist dies gar nicht zulässt, ist es hilfreich, sich mit den Augen (auch den geschlossenen) zwischen die Augenbrauen, zum ajna-cakra, zu fokussieren. Den vijnanamaya-kosha haben wir schon integriert durch die Bewusstheit, das beobachten an sich. Dies können wir uns auf dieser Stufe noch klarer machen, wenn wir uns die Frage stellen: “Wer ist der Beobachtende?”. Den anandamaya-kosha integrieren wir durch Hingabe an das Göttliche, ishvara pranidhana. Natürlich kann man sich während eines anstrengenden asanas nur sehr langsam zu den höheren Bereichen vorarbeiten. Das ist gut so und Eile sollte man im Yoga wirklich keine haben. Um an seiner Erdung zu arbeiten, ist es durchaus sinnvoll, gerade anstrengende, kraftvolle asanas zu üben. Generell ist die Gefahr des Abhebens beim hatha-yoga kaum gegeben, da die Erfahrung immer zuerst über das Körperliche geht. Wenn auch das Ziel ein Spirituelles ist, ist doch der Weg dorthin sehr körperlich, was aber eben nicht im Gegensatz zueinander steht, sondern zu der größtmöglichen Erfahrung der Einheit führt. Da die Erfahrung dieser Einheit meiner Meinung nach aus zwei Richtungen kommt, die sich aufeinander zu bewegen, Shiva und Shakti, halte ich es für wichtig, auch dem Aspekt der Meditation (dhyana) von Beginn an genug Raum zu geben, die Ausrichtung darauf zu lenken. Im Grunde ist zwar die gesamte Yogapraxis meditativ im Sinne des ausgedehnten Gewahrseins, aber die wahre Stille kann man meistens nur in einem regungslosen, aufrechten Meditationssitz erleben. Bei Meditationen die ihren Ansatz im feinstofflichen Bereich haben, ist es wichtig, sich zu Beginn noch mal im körperlichen Bereich des muladhara chakras zu erden. Bei Ausdehnungs-Meditationen besteht für manche Menschen durchaus eine Gefahr, sich selbst zu verlieren. Hier ist der Hinweis nützlich, während man seine Energie nach außen hin ausdehnt, mit sich selbst verbunden zu bleiben und auch dort zu bleiben und nicht weiter zu gehen falls man spürt, das man sich verliert. Ich meinerseits liebe diese Ausdehnungs-Meditationen, fühle mich danach zwar sehr gut, aber auch etwas abgehoben. Für gefährlich halte ich es aber nicht, obwohl es dazu auch andere Meinungen gibt.

    Die Entspannung und auch das Nachspüren nach den einzelnen Übungen ist mir sehr wichtig, da es das Gewahrsein dessen, was sich verändert und was ist, schult. Durch den Wechsel von Anspannung und Entspannung kann unser Körper die Informationen besser aufnehmen und integrieren. Die Arbeit mit der Atmung, also pranayama, stärkt die Verbindung von unserem Energiekörper mit unserem grobstofflichen Körper, gibt uns Energie und verbindet die Seele mit dem Körper und im besten Falle auch mit dem Geist.

    Auch die bhakti ist für mich sehr bedeutungsvoll und beginnt für mich noch vor der eigentlichen sadhana mit dem entzünden einer Kerze und der Raumreinigung mit einem Räucherstäbchen, innerlich bitte ich um Unterstützung meines (feinstofflichen) Gurus. Die Yogastunde endet mit einem mantra, zumindest mit om, und dem Dank an mein höheres Selbst, an meine geistigen Führer, an Gott und an Mutter Erde. So ist die gesamte Praxis in bhakti eingebettet.

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    Durch

    Filed Under Bhakti-Yoga

    Heute möchte ich über eine für mich sehr wichtige und immer wieder bemerkenswerte Wirkung von Yoga schreiben. Es geht um den Ebenenwechsel der inneren Stimmung, der Helligkeit, dem dominierenden “Hintergrundgefühl” im Alltag. Die alt-vedische Aufteilung des Universums in “Lokas” und “Talas” (siehe meine Ausführungen zum Multidimensionalen Kosmos) in sogenannte “Himmel” und “Höllen” spiegelt im Grunde unsere tieferen Befindlichkeiten wieder. Ich möchte hier betonen, das die christlichen Bezeichnungen “Himmel und Hölle” nicht ganz die Bedeutungen der indischen Bezeichnungen treffen, dennoch möchte ich sie als Wegweiser verwenden um auf den Kern zu deuten. Am einfachsten zu erkennen ist es wohl an depressiven Zuständen. Wenn unsere Stimmung recht dunkel, schwer, negativ,”runterziehend” ist, wenn also tamas in uns vorherrscht, dann ist es wohl offensichtlich das wir uns gerade weniger in einer lichtvollen Welt der Lokas befinden sondern eher im Einflussbereich der lichtabgewandten Talas stehen. Dies muß sich noch garnicht nach “Hölle” anfühlen (was es aber bei extremeren Schwingungen durchaus kann), ist vielleicht noch in einem harmlosen Zwischenbereich, macht uns aber eher leer und unglücklich anstatt erfüllt und frei. Wenn wir dann nicht nur das Licht verloren haben, sondern es nichteinmal mehr erkennen, verstricken wir uns ganz in die Irrungen und Wirrungen des rein materialistischen Lebens. In diesem Zustand ist es nun essenziell für unsere Entwicklung das wir das Licht in uns wieder finden und es dann auch im Außen immer öfter Erkennen.

    Die mehr oder weniger phänomenale Erfahrung vieler Yogapraktizierender ist ein einfacher “Quantensprung” von einer Dimension in eine andere. So geschieht es häufig, das die Welt nach einer tiefen (kurzen oder langen) Yogapraxis vollkommen anders aussieht. Wenn vorher noch alles negativ, schwerfällig, trüb und unfreundlich wirkte, kann danach genau die selbe Umwelt ganz positiv, leicht und freundlich wirken. Sogar unsere Begegnungen mit anderen (vor allem auch fremden) Menschen zeigen sich viel harmonischer entsprechend dem Gesetz der Resonanz. Wenn wir uns ganz auf unsere Yogapraxis einlassen, egal aus welchem Alltagsstress wir gerade kommen, werden wir überaus reich beschenkt durch mehr Licht in unserem Inneren, durch ein sehr friedvolles Grundgefühl. Wenn wir uns dem was wir tun wirklich hingeben erkennen wir das Licht im Mikrokosmos wie im Makrokosmos, und das ist der erste Schritt um auf dem Pfad des Lichts zu wandeln. Vielleicht haben wir anfangs nur selten Einblicke in die Wahrheit des ewigen Moments, aber wenn wir uns mit Hingabe bemühen, werden wir diese Seligkeit immer öfter erleben. Schritt für Schritt erhellen und befreien wir alles Dunkle in uns und um uns herum. Bis uns dieses Licht eines Tages vollkommen durchdringt.

    Ein wichtiges Mantra:

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    om asataoma sat gamayah                 Führe mich von der Unwahrheit zur Wahrheit

    tamasoma jyotir gamayah                  Führe mich von der Dunkelheit zum Licht

    mrtyorma amritam gamayah            Führe mich von der Sterblichkeit zur Ewigkeit

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    Patanjali hat den ashtanga yoga marga, den achtteiligen Yogapfad, aufgezeigt um unser Bewusstsein dahingehend zu schulen, ein gutes Unterscheidungsvermögen zu entwickeln. Viveka bedeutet, die Dinge nach ihrem wahren Wesen zu unterscheiden, aber ohne sie zu bewerten. Die meisten Kommentatoren sehen in viveka die Weisheit, zwischen vergänglichem und ewigem zu unterscheiden. Das ist die Grundlage von viveka. Ich möchte mich aber auch dem Thema der Unterscheidungsfähigkeit und damit auch der Entscheidungsfähigkeit innerhalb der Materie, also im Vergänglichen, widmen. Die Schwierigkeit für die meisten Menschen besteht nämlich darin, in jedem Moment das Bewusstsein dafür zu haben, was gut für sie ist und was nicht und danach zu handeln. Das wir uns entscheiden, ist wichtig, damit sich nicht andere für uns entscheiden womit wir wieder beim Thema Manipulation wären. Die Unterscheidungsfähigkeit ist ein Zeichen unserer guten Erdung in Verbindung mit einer guten spirituellen Anbindung. Wichtig ist zu erkennen, was unsere Entscheidungen beeinflusst. Bei Wünschen ist es sehr wichtig darauf zu achten, wo diese Wünsche herkommen. Kommen sie aus der Tiefe unserer Seele oder sind es nur oberflächliche Erscheinungen? Kommt der Wunsch vielleicht nur von Außen durch irgendeine Art von Beeinflussung von anderen Menschen oder von feinstofflichen Wesen? Suchen wir etwas in der Zukunft um unseren Mangel in der Gegenwart zu kompensieren? Ist die Ursache unseres Wunsches reine Egobefriedigung? Haften wir an der Erfüllung unseres Wunsches? Oder spüren wir, das unser Wunsch uns zu mehr Ganzheit und Einheit führt? Spüren wir, das wir damit eine Richtung einschlagen, die uns auf jeder Ebene weiter bringt? Können wir die Wunscherfüllung genießen ohne uns davon abhängig zu machen?

    Die hauptsächliche Frage ist also: wem oder was ist es dienlich, wenn mein Wunsch erfüllt wird?

    Die meisten traditionellen Lehren sagen, das die Wünsche, wie auch die Abneigungen, die Ursache von allem Leiden sind. Ich sehe aber nur die Anhaftung an die Wünsche als leidvoll. Denn Wünsche können eine sehr positive Antriebskraft sein und sind eigentlich die Grundlage jeder Schöpfung.

    Und wie steht es mit den Abneigungen die wir haben? Hier ist es besonders essentiell, Unterscheidungsvermögen zu entwickeln. Auch hier müssen wir sehr aufpassen, nicht daran zu verhaften, sondern alles so zu akzeptieren wie es ist. Wenn wir uns mit unseren Abneigungen identifizieren, schaffen wir sehr viel Leid, für uns genauso wie für andere. Wir können aber unterscheiden und uns entscheiden, nicht an etwas teilhaben zu wollen, was eine Abneigung in uns auslöst und dem vielleicht sogar etwas positives entgegen zu setzen. Wenn eine Abneigung ohne offensichtlichen äußeren Grund in uns entsteht, sollten wir auch hier unterscheiden lernen, ob der Widerstand aus unserer Seele oder nur aus unserem Ego kommt. Unser Ego möchte lieber da bleiben wo es ist und bloß keine Grenzen überschreiten die seine Herrschaft unterbinden könnten. Die Losgelöstheit (vairagya) von unseren Wünschen und Abneigungen ist insofern essenziell für unsere weitere Entwicklung, als dass sie uns den wahren Sinn der Dinge erkennen lässt und wir uns nicht so mit ihnen identifizieren, das sie die Macht haben, uns Leiden zu lassen. Diese Losgelöstheit bedeutet aber nicht, das wir nicht unterscheiden sollen und alles was uns begegnet für “gut” befinden, sondern das wir erst mal alles ohne Widerstand so annehmen wie es ist um dann das beste daraus zu machen. Und viveka zeigt uns, was das beste ist. Viveka kann sich nur wirklich entfalten, wenn wir in unserer Mitte sind, uns spüren in unserem Sein und wahrnehmen was um uns herum ist. Insofern ist der Prozess, viveka zu entwickeln, gleichzeitig ein Prozess zu mehr Erdung und Ganzheit. Zweifel zeigen uns dabei wichtige Aufgaben, sie sind Hindernisse, die überwunden werden wollen und uns ein größeres Potential entfalten lassen als wenn wir alles schon so genau wüssten. Gerade in der Esoterikszene ist es sehr beliebt, sich von anderen Menschen bei der Entscheidungsfindung helfen zu lassen. Und gerade hier ist ein gutes Unterscheidungsvermögen gefragt. Es gibt sehr viele Menschen, die meinen zu Wissen was das beste für uns ist. Wir müssen uns klar machen, das wir damit Verantwortung an andere abgeben, wenn wir hier Hilfe erhoffen. Die meisten dieser Menschen sind selbst nicht frei genug, um ohne ihre eigenen Erfahrungen und Urteile zu arbeiten. Dennoch können sie uns manchmal wertvolle Hinweise für unsere weitere Arbeit geben. Es kann aber genauso zu unserer Verwirrung beitragen. Wahres Wissen sollte uns zu uns selbst führen und uns selbst intensiver spüren lassen, durchaus auch mit unseren Fehlern, d.h. es darf uns vorübergehend auch in unsere Trauer und Bewusstwerdung unserer Unvollkommenheiten führen. Wenn wir uns aber durch äußere Informationen nur verunsichert und verwirrt fühlen, entsprechen diese wahrscheinlich nicht unserer eigenen inneren Wahrheit und wir sollten sie schnell wieder loslassen. Wenn wir dies nicht können, müssen wir umso mehr an unserer Erdung arbeiten, denn es zeigt uns, das wir ohne unseren Willen beeinflusst werden. Manchmal bestärken äußere Hinweise auch unser Ego. Es kann sich dann sehr gut für uns anfühlen, aber die Frage ist: unterstützt es mich in meiner Weiterentwicklung zu meiner eigenen tiefsten Wahrheit? Aber alle Erfahrungen sind wertvoll und entwickeln unser Unterscheidungsvermögen, so dass sie uns, auf lange Sicht gesehen, immer mehr in unsere Mitte führen, solange wir gut geerdet sind.

     

     

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    Filed Under Spirituelle Erdung

    Wir sind alle Seelen, die aus Gott kommen, die sich immer weiter verdichtet haben bis hin zum Grobstofflichen. Wir haben uns selbst materialisiert, haben uns von Stufe zu Stufe immer weiter verdichtet um das Leben durch unsere Sinne zu erfahren und zu genießen. Gott hat die Sinnlichkeit gewählt als Sinn und als größte Prüfung. Ein Verhaften in den Sinnesgenüssen kann unser größter Feind sein und wir können uns darin total verlieren. Aber das Erkennen Gottes durch die Sinne, und auch das Geniessen ihrer ohne ein Gefühl von Anhaftung, kann uns zu tiefster Freude führen. Es geht darum sich wirklich mit seinem ganzen Sein einzulassen auf die sinnliche Erfahrung und darin die Göttlichkeit zu schauen, bis ins tiefste mit sich selbst verbunden zu bleiben und dabei die Verbindung zu allem anderen zu erkennen. Oberflächliche Sinnesgenüsse führen zu allem anderen als einer wahren Befriedigung. Sie lassen einen nur weiter nach der wahren “Befriedigung” suchen und dabei in einem endlosen Hunger verhaften. Das Geschenk des Lebens und der Gegenwart die wir durch unsere Sinne erfahren können ist phantastisch und heilend, aber es ist vergänglich. Oft werden wir danach gleich in der Erinnerung der Vergangenheit oder den Wünschen der Zukunft festgehalten, wenn wir die Gegenwart nicht annehmen. Die Gegenwart ist vielleicht nicht immer so aufregend wie wir es uns wünschen. Aber es ist nur die Gegenwart die zählt, in diesem Moment. Wenn wir die Sinnlichkeit in jedem Moment spüren, gibt uns das dieses Gefühl von Frieden, dem wir sonst nur hinterherjagen. Wenn sich beim Abwaschen meine Hände sanft im Wasser bewegen, ich die verschiedenen Berührungen mit Schwamm, Wasser und Geschirr erlebe und dazu das sanfte Plätschern höre, kann dies tatsächlich ein Sinnesgenuss sein (und gleichzeitig eine rituelle Reinigung). Das Wahrnehmen der eigenen Sensibilität durch die Sinne in allen alltäglichen Handlungen bringt ein intensives Gefühl für das Leben und das, was das Richtige für einen ist. Entweder es fühlt sich gut an, oder eben nicht. Und wenn nicht, sollten wir frei genug sein, die Konsequenzen für uns zu ziehen. Wir sind alle freiwillig hier um das Leben in seiner größten Intensität und Vollendung zu erfahren und auch zu genießen, durch unsere Sinne. Wie spielerisch leicht kann doch der “Grundton” unseres Lebens sein, wenn wir unserer Kreativität einen Ausdruck geben und unsere Sinne einfach spielen lassen. Wir dürfen nicht vergessen, das wir die Schöpfer unserer eigenen Welt sind und das allerbeste daraus machen können. Und da wir alle gemeinsam in dieser Welt leben, können wir uns auch vereinigen und gemeinsam das Beste im göttlichen Sinne schöpfen.

     

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    Hier

    Filed Under Spirituelle Erdung

    Der vielleicht wichtigste Aspekt in der Yogapraxis ist das Landen im Hier und Jetzt, das Erspüren und Wahrnehmen im gegenwärtigen Moment. Eigentlich leben wir nur vollständig, sind nur wirklich geerdet, wenn wir ganz in der Gegenwart sind. Nur die Gegenwart kann uns erfüllen und uns unsere Verbindung zu Gott spüren lassen. Mit dem Eintreten in ein Hier und Jetzt erheben wir uns aus der Gefangenschaft von Zeit und Raum, denn das Hier und Jetzt ist zugleich innerhalb von Zeit und Raum wie auch außerhalb davon. Das heißt, wir betreten damit den göttlichen Bereich im ewigen Moment des Seins! Unser Geist ist meistens irgendwo in der Vergangenheit oder in der Zukunft und nicht wirklich im unmittelbaren Erleben anwesend. Unsere koshas arbeiten dann nicht wirklich zusammen, sondern sind getrennt aktiv auf verschiedenen Ebenen. Vor allem der manomaya-kosha führt ein ungebändigtes Eigenleben. Dies ist ein großes Problem, da das Leben eigentlich nur im Jetzt stattfindet und alles andere Erinnerungen, Illusionen, Gedankenkonstruktionen und unbewusste Muster sind (alles manomaya-kosha…). Wenn wir uns an beglückende Momente erinnern, können wir feststellen, das sie vor allem so beglückend waren, weil wir sie in dem Moment bewusst wahrgenommen haben. Aber auch Schreckens- und Trauererlebnisse führen uns ins Jetzt und in eine starke Intensität. Wenn wir aus einer übergeordneten Sichtweise darauf schauen, wir uns also nicht in die Erlebnisse verstricken, finden wir eigentlich auch immer einen tiefen, wichtigen und somit “guten” Sinn darin. “Negative” Erlebnisse geben uns die besten Möglichkeiten uns weiterzuentwickeln, was wir dankbar annehmen dürfen. Dies ist unerlässlich zu erkennen, denn sonst gewöhnen wir uns ans Leiden, erkennen seinen wahren Sinn nicht und ziehen immer wieder die gleichen Erfahrungen an, eben bis wir den Lernprozess begriffen haben. Das Leben ist grundsätzlich evolutionär. Solange wir keinen Widerstand leisten finden wir in jedem Moment unseres Lebens wertvolle Erfahrungen und wenn wir uns von unserer Seele leiten lassen, die sich außerhalb von Zeit und Raum befindet, können wir diesen wundervollen Fluss des Lebens, im ewig andauernden Moment, erleben. Wenn wir diesen Fluss nicht verspüren oder ihn wieder verlieren und in Gedanken über Vergangenheit und Zukunft verfallen anstatt im Jetzt zu Sein, ist es eine große Herausforderung ihn wieder zu aktivieren. Im Yoga geht es eigentlich nur darum, dieses Einssein wiederzufinden und sich von allen ablenkenden Gedanken zu befreien. Patanjali definiert Yoga als “yogas citta vrtti nirodhah“, ” Einssein (yoga) geschieht durch das Zur-Ruhe-Kommen der kreisenden Denkmuster des Geistes”. Wir sehen also, das dass hauptsächliche Problem in unseren Gedanken liegt, die ungebändigt (in Vergangenheit und Zukunft) umherschwirren. Hier setzt der raja yoga des Patanjali an und legt ein gutes Konzept vor, sich von der Herrschaft seiner Gedanken zu befreien. Dabei läuft alles auf die Versenkung in samyama hinaus, der letzte (innere) Teil des astanga yoga marga mit dharana, dhyana und samadhi. Alle anderen Stufen bereiten darauf vor, sich ganz im Hier und Jetzt in Meditation zu versenken. Im Yoga Sutra I,41 definiert Patanjali samapattih, die Verschmelzung des Meditationsobjektes mit dem Erkennenden. Dieses Meditationsobjekt kann alles sein, ich möchte hier aber in Bezug auf die Verbindung mit der Erde dazu raten, auch den eigenen Körper als Meditationsobjekt zu wählen. Obwohl es einerseits darum geht, zu erkennen das man nicht der Körper ist, geht es aber andererseits auch darum, in diesem Bewusstsein mit dem Körper zu verschmelzen und die intensivste sinnliche Erfahrung zu schaffen indem das Gesehene mit dem Sehenden durchdrungen wird.

    Auch Eckhart Tolle hat mir mit seiner unglaublichen Authentizität und Einfachheit, in der die Essenz sofort überspringt, mit seinen Büchern und Vorträgen begreifbar gemacht, wie das einzige was zwischen uns und einem erleuchteten Leben steht, die Gedanken und unsere samskaras (Muster und Prägungen) sind. Im Gegensatz zu Patanjali, mit dem man sich erst mal auf intellektueller Ebene befassen muss, geht Eckhart Tolle direkt in die Praxis jenseits der Gedanken über. Obwohl er wahrscheinlich kein Hatha-Yoga praktiziert, nutzt er doch die gleichen Elemente was das hineinspüren in Körper, Atem, Gefühle und Geist angeht. Er versteht es wie kaum ein anderer, Meditation und Bewusstsein ins Leben zu integrieren. Ihm geht es um ein ständiges verankert sein in unserem “inneren Körper”, das Wahrnehmen des gesamten Energiefeldes unseres Körpers und gleichzeitiges Beobachten unserer Gedanken, Gefühle und Muster. Es geht also auch hier um die Auflösung der Identifizierung mit dem Ego. Der wichtigste Aspekt seiner Lehren mag aber in dem vollständigen Akzeptieren des Jetzt liegen. Hierzu möchte ich einen kleinen Abschnitt zitieren: “Hingabe besteht in der einfachen, aber tief greifenden Weisheit, sich lieber dem Strom des Lebens anzuvertrauen, als sich ihm zu widersetzen. Der einzige Ort, an dem du den Strom des Lebens erfahren kannst, ist das Jetzt; Hingabe heißt also, den gegenwärtigen Augenblick ohne Bedingungen und Vorbehalte anzunehmen. Es bedeutet, den inneren Widerstand gegen das, was ist, aufzugeben.”1. Dies mag ein wichtiger Schlüssel ins Jetzt sein, denn allzu oft stimmt die Gegenwart nicht mit unserer Wunschvorstellung überein und anstatt das Geheimnis des Augenblicks zu ergründen, suchen wir lieber weiter und halten etwas anderes als das Jetzt für wichtiger. Dazu möchte ich einen Kommentar von Taimni zum patanjali yoga sutra I,30 über das Hindernis (antarayah) Achtlosigkeit (pramada) zitieren, der mich etwas aufgerüttelt hat: “Keiner, der die Gewohnheit der Achtlosigkeit noch nicht gemeistert und gelernt hat, nicht nur den wichtigen Dingen des Lebens, sondern auch den für unbedeutend gehaltenen sorgfältige Aufmerksamkeit zu schenken, sollte daran denken, den Yoga-Pfad zu betreten.” 2. Dies finde ich eine sehr radikale Formulierung, bei der ich gleich in Widerstand gehe, weil ich mich nämlich seiner Meinung nach nicht auf dem Yoga-Pfad befinden dürfte. Aber ich erkenne auch eine große Wahrheit darin, nämlich mein Hauptproblem das mich vom Leben im Jetzt abhält. Allzu oft sind mir gewisse “irdische” Dinge zu unwichtig und ich möchte meine “Zeit” lieber mit den (für mich) essentiellen Dingen des Lebens verbringen. Z. B. mit Yoga, Meditation, Tanzen, das Leben feiern und intensiven Begegnungen. Alles Dinge die mich ins Jetzt bringen. Aber ich muss lernen, das Hier und Jetzt auch in die ungeliebteren Augenblicke zu bringen anstatt immer die nächste Erfüllung woanders zu suchen. Ich habe manchmal in meinem Leben Momente, Tage oder Wochen von großem Verbundensein und dem Fluss des Lebens erfahren, die mir leider immer wieder verloren gingen. Ich verspüre aber diesen Drang, dieses Gefühl wieder zu bekommen, es ist diese Sehnsucht nach Erleuchtung. Hier ist wieder ein kleiner Knackpunkt, denn ich wünsche mir etwas in der Zukunft, was nur im Jetzt zu finden ist. Diese Sehnsucht ist gut, aber ich muss versuchen, mein Ziel in der Gegenwart zu verwirklichen. Ausgelöst wurde dieses Fließen im Leben immer durch die absolute Erfahrung des Jetzt, ohne in der Zeit umherreisende Gedanken. Diese Auslöser sind diese kleinen Mini-Erleuchtungen die fast alle Menschen schon mal erfahren haben…und (vielleicht deswegen) immer wieder danach suchen. Bei mir waren es sehr spirituelle und heilende Erfahrungen, die sich bis in jede Zelle meines Körpers manifestierten. Ich empfinde es hier nicht als wichtig sie zu nennen, denn es ist immer wieder etwas anderes und kann alles sein, was ganz großes oder was ganz kleines, es ist einfach nicht wirklich wiederholbar. Gemeinsam ist diesen Erfahrungen aber der Zugang über die Sinne. Auch der tantrische Hatha-Yoga benutzt vor allem die Sinne zum Eintritt in die Gegenwart, was ihn von allen anderen Yogaarten unterscheidet. Es geht darum, die Sinne zu schärfen durch Reinigungsübungen und sinnliche Meditationen (z.B. bewusstes umschalten zwischen dem Wahrnehmen der gesamten Geräuschkulisse und ihren einzelnen Komponenten für den Hörsinn und seine Transzendierung) um die gesamte sinnliche Erfahrung des Körpers zu erleben. Durch das beobachtende Bewusstsein, das im Yoga grundsätzlich dabei ist, lernen wir, die Sinne zu Genießen und in die Welt der Sinne einzutauchen ohne uns darin völlig zu verlieren. Wir versuchen, immer bewusster Beobachter zu sein und Gott in uns und in der Welt zu schauen. Damit können wir auch die Trennung zwischen Innen und Außen überwinden, indem wir das Ganze als Einheit erkennen. Wir genießen den Moment als das was er ist und wenn Gott uns seine Gnade schenkt, können wir diesen Moment als ewiges Sein erleben, als die Quelle des Flusses die niemals versiegt. Nun hat man also so “kleine” Einblicke und verliert es dann doch wieder im Alltag. Was mich immer wieder rausholt aus den schönen Einblicken sind die Identifikationen mit den Mustern meines Verstandes: Bewertungen und Zweifel und ein daraus resultierendes Verlieren in der Zeit. Ich würde mich generell als sehr unbewussten Menschen bezeichnen, der aber das riesige Potential in der Bewusstheit erkannt hat. Und eben diese Bewusstheit ist die Lösung für alle Probleme. Die Bewusstheit ist wie ein Synonym für die Gegenwart. Wenn wir ganz bewusst unsere Gedanken, unsere Gefühle, unseren Körper, unser Energiefeld und unser Tun beobachten und wenn wir dabei in unserer Essenz verankert sind, nichts ausblenden oder verleugnen, dann machen wir die wundervolle Erfahrung des Lebens im Jetzt. Besonders dieses Verankertsein in unserem inneren Energiefeld kann uns zeigen, wo wir gerade stehen. Wir können spüren, ob wir uns gerade voller Liebe ausdehnen oder ob wir uns zusammenziehen, was seinen Ursprung meistens in einer Form von Angst hat (was das Gegenteil von Liebe ist). Und wenn wir gerade merken, das sich irgendetwas in uns zusammenzieht, können wir es anschauen und wieder loslassen. Wir haben immer die Wahl unser Herz zu weiten und der bedingungslosen Liebe Raum zu geben, wenn es sich zusammenzieht. Es geht nur darum, alles wahrzunehmen was Ist und selbst zu Sein. Und alles was uns in diese Richtung führt ist das wertvollste was wir haben. Dann können wir unsere Göttlichkeit entfalten und wundervolles Schöpfen aus dem Bewusst-Sein.

     

    1) Eckhart Tolle: “Leben im Jetzt”, S. 123, Goldmann-Verlag

    2) I.K. Taimni: “Die Wissenschaft des Yoga”, S. 80, Aquamarin Verlag

     

     

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    Den

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    Die Grundlage aller weiteren Evolution nach der Involution sollte also sein, das man seinen Körper und die Erde möglichst vollständig bewohnt. Die Spiritualität darf nicht nur “da oben” bleiben, sondern wir müssen versuchen, sie in jeden kleinsten Aspekt unseres Lebens zu integrieren. Das Gewahrsein seines physischen Körpers ist die Grundlage für das Gewahrsein der anderen Körper mit erkennender Unterscheidungskraft, viveka. Durch Hatha-Yoga machen wir uns durchlässiger für die spirituelle Energie, aber wir spüren dabei auch immer tiefer in unseren Körper hinein, nehmen Zusammenhänge war, lösen Blockaden, geben Impulse zur Heilung und erfüllen einfach Zelle für Zelle mit unserem Bewusstsein. Bewusstsein führt zu Licht und Liebe und auch unser Körper wird es uns mit mehr Gesundheit und Schönheit danken. Das vollständige bewohnen des eigenen Körpers ist die beste Erdung und zugleich der beste Schutz den wir haben. Es gibt auch viele Erdungsübungen die mit Visualisierungen arbeiten und manchmal durchaus nützlich sein können, aber die beste Erdung geschieht einfach über die Wahrnehmung des Körpers. In Betrachtung des pranamayakoshas ist es am sinnvollsten mit dem Bereich des muladhara-chakras, aber auf körperlicher Ebene, zu beginnen. Besonders das Erspüren und Erleben des Beckenboden-Bereiches einschließlich Genitalien, bis ins Innerste, aber auch die vollständige Bewusstwerdung der Füße und des Kontaktes zum Boden, ist dazu der beste Anfang. Überhaupt ist die aktive Arbeit mit dem Beckenboden (z.B. immer wieder anspannen und ganz entspannen) sehr erdend und auch für unser körperliches Wohlbefinden geradezu unerlässlich. Ashvini mudra und mula bandha sollten täglich geübt werden. Auch die Vorstellung, das man mit oder durch den Beckenboden atmet ist sehr hilfreich in Situationen bei denen man sich im Außen verloren hat, denn der Atem verbindet unseren Körper und unsere Seele. Wenn wir uns eher bedroht fühlen, nicht ganz bei uns sind und Energie abgeben ist es auch sinnvoll, in den körperlichen Bereich des manipura-cakras hineinzuspüren und ihn zu stärken. Das Buch “Energetischer Schutz” von Fons Delnooz ist sehr empfehlenswert und für mich waren die beiden wichtigsten Hinweise in seinem Buch, das 1. unbesetzte Organe fremde Einflüsse anlocken wie leere Häuser Einbrecher, und 2. das es nicht möglich ist, einem vollständig inkarnierten Menschen Energie abzuziehen ohne das er damit einverstanden ist.

    Letztendlich sollte also jeder nach Erleuchtung strebender Mensch einen großen Teil seiner Arbeit darauf verwenden, jede Zelle seines Körpers zu spüren und mit seinem Bewusstsein zu erfüllen, so das er seinen Körper als Ganzes durchdringt. Denn schließlich sind wir die Herrscher, die Ishvaras, über den Mikrokosmos unseres eigenen Körpers.

     

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    Natur

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    Bei aller Unterstützung die wir bekommen, müssen wir den Weg aber selbst gehen und wir können nur umso höher aufsteigen, je tiefer wir uns mit der Erde verbinden. Dies ist auch bei den alten Kulturen offensichtlich, deren große Weisheit, deren Spiritualität aus dem Gefühl des Einsseins mit Mutter Erde gewachsen ist. Der gottzugewandte Weg ist eben nicht der erdabgewandte Weg, was doch viele Suchende vergessen zu scheinen. Das Problem ist unsere zivilisierte, materialistische Welt die es uns erschwert überhaupt einen Zugang zur wahren Natur der Erde zu bekommen, und das Leben auf der Erde schnell mit diesem Materialismus gleichsetzt. Niemals hatten die Menschen es so schwer, sich auf ihre Natur zu besinnen, wie in diesem Zeitalter des kali-yuga, vor allem wenn sie in einer Großstadt leben. Aber wir müssen das annehmen wo wir stehen und auch die Natur des Materialismus verstehen, um uns davon wirklich lösen zu können. Verdrängung schafft nur noch mehr Leid, vor allem wenn wir unsere Verantwortung verdrängen! Ein hoffnungsvoller Aspekt in anbetracht der zerstörten Natur ist, das sehr viele Menschen langsam merken, wie wichtig jeder Baum, jede Blume, jedes Grass, jedes Tier, jeder Stein und jeder Mensch ist. Jeder einzelne ist dafür verantwortlich, der Erde nicht noch mehr zu schaden, z.B. durch einen bewußten, alternativen Konsum. Wir können der Erde auch Heilungsenergie schicken und einen friedlichen, respektvollen Umgang mit uns selbst und unserer Umwelt üben.

    Diese Verbindung zur Natur, zur Erde ist ein sehr wichtiger Punkt zum Thema Erdung. Je mehr wir in großer Dankbarkeit mit der Natur in Kontakt treten und uns als ein Teil von ihr wahrnehmen, desto mehr erden wir uns. Dies fängt schon bei der Nahrung an, die wir bewusst und dankbar zu uns nehmen sollten. Sich mit nackten Füßen, oder sogar ganz nackt, in der Natur zu bewegen und die Sinne dabei spüren zu lassen, wirkt auch sehr erdend. Eine große Hilfe zur Verbindung mit unserer Mutter Erde sind schamanische Rituale, wie z.B. Schwitzhütten-Zeremonien. Dieses Gefühl, im Bauch von Mutter Erde zu sein und die eigene Kraft so intensiv zu spüren, kann zutiefst befreiend, beglückend und einend wirken.

    Aber auch Hatha-Yoga hat einen ursprünglichen Zugang zur Natur, da er aus der Beobachtung und Verehrung der Natur entstanden ist. Die meisten asanas haben Tier- oder Pflanzennamen und man kann sich durch ihre Ausübung sehr gut in deren Wesen hineinspüren. Auch die Erkenntnis, möglichst langsam zu atmen, ist daraus entstanden das die ersten Yogis beobachtet haben, das die Tiere länger leben die langsamer Atmen (z.B. Schildkröten). Besonders auch die Verehrung der Sonne ist ein sehr wichtiger Aspekt im Yoga.

    Die Natur ist vollkommen. Und wir sind ein Teil der Natur. Die Natur ist auch in uns selbst. Wie innen – so außen. Wie im Mikrokosmos so im Makrokosmos. Was hier ist, ist überall.

     

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    Die

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    Eine gute Erdung, also eine vollständige Inkarnation in unserem Körper, ist unerlässlich um sich nicht in der Welt, in welcher auch immer, zu verlieren. Das wichtigste ist, das wir mit unserer Seele, mit unserer Essenz verbunden bleiben. Wir können unser Leben mit unserer Individualität, also unserem ursprünglichen und unteilbaren Aspekt, nur vollständig zum Ausdruck bringen, wenn wir fest gegründet in uns selbst sind und möglichst viele unserer Aspekte kennen. Wenn wir dabei unsere Körperlichkeit verleugnen, berauben wir uns des mächtigsten Ausdrucksmittels das wir haben. Wir verleugnen dann quasi unseren Daseinsgrund, unser Selbst und Gott. Wir sind nicht unser Körper, aber unser Körper ist ein Teil von uns. Genauso wie wir nicht Gott sind, aber wir sind ein Teil von Gott. Jedes Lebewesen hat seinen eigenen Mikrokosmos im Makrokosmos. Dies ist eine der Grundlagen der tantrischen Philosophie und weist auf die ungeheure Vernetzung von allem hin. Überall im Universum herrschen die gleichen Gesetzmäßigkeiten. So wie Gott in allen Teilen seiner Schöpfung ist, bewohnen wir alle Teile unseres Körpers.

    Während meiner Beschäftigung mit energetischer Heilung, die ich durchaus befürworte, und Yoga bin ich zu der Erkenntnis gekommen, das (vor allem für ungeerdete Menschen wie mich…) der Ansatzpunkt für die spirituelle Entwicklung auf der körperlichen Ebene sein sollte, um nicht zu sehr abzuheben. Da Körper, Geist und Seele ein einziges Energiesystem sind, also momentan eine Einheit darstellen, kann ich genauso gut über die körperliche Ebene Heilung schaffen wie über die feinstoffliche. Heilung bedeutet ein freiwerden von Blockaden damit die göttliche Lebensenergie frei fließen kann und wir unsere Einheit mit allem, unsere Ganzheit spüren und die Kraft haben um unser Leben voll entfalten zu können. Wenn ich jede Zelle meines Körpers mit Bewusstsein durchdringe können Krankheiten sich nicht wirklich manifestieren, da sie schon in ihrem Ansatz erkannt und bearbeitet werden. Auch geistige und seelische Blockaden zeigen sich im grobstofflichen Körper und sind somit über Körperarbeit lösbar. Wenn wir nicht gut in uns geerdet sind, sind wir zu offen für die Gefühle und Gedanken anderer Menschen (und Wesen) in unserer Umgebung, mit denen wir eigentlich ständig bombardiert werden, ganz besonders wenn wir in einer Großstadt leben. Es gibt eine Menge Bewusstseinsfelder denen wir ausgesetzt sind und von denen wir uns abgrenzen, bzw. auch erheben müssen.

    Wenn wir nicht jede Zelle unseres Körpers mit Bewusstsein erfüllt haben, dann kann sie entweder ein Eigenleben führen, so wie von Gott abgewandte Wesen, oder jemand anderes ergreift Besitz von ihr. Dies ist der vielleicht wichtigste Punkt, denn wir sind extrem viel Manipulation, Beeinflussung und Energieabsaugung ausgesetzt.. In Betrachtung des multidimensionalen Kosmos ist es klar, das durchaus eine große Gefahr darin besteht, sich von negativen Kräften beeinflussen zu lassen, das es nämlich das größte Bestreben der gottabgewandten Wesen ist, sich unserer zu vereinnahmen. Diese negative Beeinflussung ist auch im grobstofflichen Bereich von ganz materialistischen Menschen, die nicht mehr ihre Verbindung zu etwas höherem spüren, offensichtlich, bei all den Kriegen, Ausbeutungen, Greueltaten und aller Art Leiden die sie sich gegenseitig antun. Aber auch besonders feinfühlige Menschen sind durch ihre größere Feinstofflichkeit offener für feinstoffliche Einflüsse und müssen hier sehr aufpassen. Das wichtigste ist für sie, eine gute Erdung und ein weises Unterscheidungsvermögen zu entwickeln. Andernfalls besteht eine große Gefahr darin, sich selbst zumindest teilweise zu verlieren und anderen Teile seines Körpers und seines Lebens zu überlassen. Sogar wenn das Leitmotiv der Weg zu Gott ist, besteht eine Gefahr darin, von gottabgewandten Wesen unbemerkt unterwandert zu werden. Dies sollte uns aber keine Angst machen, denn alle Negativität, in der sich ja auch ein göttlicher Keim befindet, gehört auch zu unserem Leben als Menschen und besitzt keine endgültige Realität. Außerdem ist es die Angst, die uns angreifbar macht. Der vielleicht wichtigste Schutz den wir haben, auch wenn wir uns mal verlieren, ist unser Vertrauen in Gott. Dies sollte aber auch in einem Urvertrauen dem Leben gegenüber gründen, das wir uns sicher aufgehoben und beschützt fühlen. Dies ist die Haupt-Funktion des muladhara-chakras, unserem Wurzelchakra am Steißbein. Wenn wir kein Urvertrauen haben, ist das ein wichtiges Indiz dafür, das wir nicht gut genug geerdet sind. Wenn wir in uns gegründet sind, oder zumindest nach dieser Bewusstheit streben und mit allen Erfahrungen die uns begegnen darauf hinarbeiten, sind wir geschützt. Das Licht des Bewusstseins lässt nach und nach alle Dunkelheit verschwinden und Manipulation ist nur bei Unbewusstheit überhaupt möglich. Zudem können wir auch immer unsere Geistigen Helfer, Schutzengel und andere Lichtwesen um Hilfe bitten, die uns beistehen. Sie sind immer da, um uns zu unterstützen. Ein wichtiges Indiz, ob wir auch wirklich mit unseren Gottes-Helfern verbunden sind, ist die bedingungslose Liebe und das Gefühl des Geborgenseins das wir dabei empfinden. Ein Unbehagen zeigt uns, das wir gerade nicht mit göttlichen Wesen in Kontakt stehen. Licht und Liebe zeigen uns den richtigen Weg. Und wenn wir doch einmal in Angst verfallen, sollte “Licht und Liebe” zu unserem mantra werden, das, beständig wiederholt, uns da herausholen und eine ganz neue Dimension eröffnen kann. Diesen Hinweis habe ich in einem Albtraum bekommen, der sich durch das rezitieren von “Licht und Liebe”, sogar ohne es zu fühlen (denn in so einer Situation kann man es ja nicht wirklich fühlen), in einen angenehmen Traum verwandelt hatte, indem plötzlich alle Angst verschwunden war und sich dadurch die eigene Realität in einer ganz anderen Dimension verändert hatte, obwohl die äußere Realität ja eigentlich die selbe geblieben war.

    Eine gute, spirituelle Erdung bedeutet also einerseits das Wahrnehmen der relativen Realität wie sie ist und andererseits dem was wir daraus machen können und zeigt sich in unserem Erkennen der Verbundenheit mit Gott und seinem Ausdruck in allem.

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    Die

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    Panca kosha ist die Lehre von unseren fünf Körpern oder Verhüllungen, die in der Taittiriya-Upanishad beschrieben wird und auch vom Tantra anerkannt ist. Unser wahres Selbst, unsere Seele, ist in unserer grobstofflichen Welt von fünf immer dichter werdenden Hüllen verhüllt, die vom Nicht-Stofflichen über das Feinstoffliche hin zum Grobstofflichen reichen. Alle Hüllen durchdringen einander, sind sozusagen ineinander verschachtelt, wobei die feineren über die gröberen hinaus reichen und vor allem bei den unteren Körpern die gleiche menschliche Form zugrunde liegt. Im besten Falle arbeiten die koshas miteinander und bereichern sich gegenseitig, führen zu einem Gefühl der Ganzheit und Vollkommenheit. Meistens ist die Kommunikation jedoch durch Blockaden gestört, die verschiedenen Körper sind verschoben und können nicht zusammen arbeiten, was sich auf der grobstofflichen Ebene als jede Form von Krankheit ausdrücken kann. Die verschiedenen Krankheiten haben ihre Ursache in den verschiedenen koshas, also in ihrer Blockierung oder Verschiebung.

    Der dichteste Körper, der annamaya-kosha, ist unser grobstofflicher, aus Fleisch und Knochen bestehender Leib. Er wird aus Nahrung gebildet und geht auch wieder in den Nahrungskreislauf der Natur ein. Der nächstdichtere Körper ist der pranamaya-kosha, der aus Lebensenergie besteht und die Grundlage allen Lebens bildet. Er ist etwas feiner und man kann ihn z.B. als ein Vibrieren wahrnehmen. Der pranamaya-kosha besteht aus den nadis und den chakras, ernährt wird er durch prana, vor allem durch den Atem. Er ist stark verbunden mit unserer Gefühlswelt. Der manomaya-kosha ist unser Gedanken-Körper der durch diese ernährt wird. Er beinhaltet die gesamte mentale Ebene, unsere Gedanken, Erinnerungen und unser Unterbewusstsein. Der vijnanamaya-kosha ist unser Erkenntnis-Körper, die Ebene der Intutition, wo wir nicht mehr denken, sondern wahrnehmend mit unserer höheren Intelligenz und unserem Selbst verbunden sind. Hier sehen wir das Göttliche, hier sind wir der Beobachtende. In ihm sind wir mit unserer Weisheit verbunden. Der anandamaya-kosha ist der Körper der Glückseligkeit, hier fühlen wir uns eins mit Gott. Dieser Körper wird einfach durch das göttliche Licht genährt. Der feinere, höhere Körper schafft immer erst den gröberen Körper, bildet also seine Lebensgrundlage. Diese Hierarchie ist sehr wichtig zu bedenken, denn wenn wir erkennen, das der Geist die Materie beherrscht, sind unsere Möglichkeiten unendlich.

    Im Vedanta geht es darum, sich von allen Hüllen, besonders den unteren drei, zu befreien, um nur noch in der Essenz des anandamaya-koshas zu leben. Ich möchte aber den umgekehrten Weg gehen, indem ich den anandamaya-kosha bis zum grobstofflichen annamaya-kosha durchscheinen lasse, indem ich den grobstofflichen Körper transzendiere, mich aber nicht von ihm löse. Ich möchte die Involution nachvollziehen und auch noch mal erfahren, ich möchte mich aber nicht zurück-entwickeln sondern mich weiter- entwickeln, eben spirituell erden und geerdet in die Spiritualität gehen. Dies ist auch die tantrische Auffassung. Die vedantische Sichtweise gibt aber den wichtigen Hinweis, sich nicht mit den unteren drei Körpern zu identifizieren. Wir sollten sie einfach nur nutzen. Wenn wir zulassen, dass wir uns so von unseren Gedanken beherrschen lassen und uns mit ihnen identifizieren, also unser manomaya-kosha ein Eigenleben führt, das wir das Ganze, vor allem unsere Essenz dabei vergessen, ist es sicherlich erst mal ratsam sich von ihm zu distanzieren. Ebenso wenn wir in den Befindlichkeiten des annamaya-koshas verhaftet sind. Aber dann finde ich es eine sehr wichtige Erfahrung (z.B. in der Meditation), jeden einzelnen kosha mit einer gewissen Losgelöstheit zu spüren, Stück für Stück mit dem Bewusstsein in Richtung anandamaya-kosha aufzusteigen, aber dann eben nicht dort zu bleiben, sondern wieder nach unten zu gehen und den anandamaya-kosha bis zum annamaya-kosha mitzunehmen, sich jedes einzelnen Körpers bewusst zu werden und ihn durchlässiger zu machen. Es ist auch sehr interessant zu beobachten, welcher kosha im Moment dominiert und wie gut die Kommunikation zwischen den einzelnen koshas ist. Eine wichtige Frage, bei der die Meinungen auseinander gehen, vor allem auch bei der cakra-Arbeit, ist, ob man sich nun vom gröbsten zum feinsten vorarbeitet oder umgekehrt. Für mich ist es schlüssig, mich mit meinem Bewusstsein vom Feinen zum Groben vorzuarbeiten, mich gleichzeitig aber auf der körperlichen Ebene (z.B. durch hatha-yoga) vom Groben zum Feinen vorzuarbeiten.

    Für mich persönlich war die Erfahrung des vijnanamaya koshas sehr beeindruckend, die mir zeigte, das ich einfach versuchen sollte, mit meinem Bewusstsein in ihm zu verweilen, während ich bewusst die anderen koshas nutze und erfahre. Im vijnanamaya-kosha fühle ich mich in meiner Mitte, in meinem Selbst und ganz verbunden mit aller Weisheit. Nun ist es so, das dass Selbst ja eigentlich am dichtesten beim anandamaya-kosha sitzt, den ich aber momentan nicht wirklich in der Lage bin zu erfahren, ich erlebe ihn nicht als mein Selbst, sondern als das Göttliche das mehr ist als ich und nicht wirklich begreifbar. Für mich ist der vijnanamaya-kosha schon sehr erleuchtend und ich sehe es als eine wichtige Aufgabe, mit ihm alle anderen Körper zu durchdringen. Und hierzu dient mir vor allem die Praxis des Hatha-Yoga. Der Hatha-Yoga setzt am grobstofflichen an um in das feinstoffliche, bzw. in die Transzendenz zu gehen. Mit Hilfe dieses körperbetonten Yogas transzendieren wir unseren Körper und unser Leben auf der Erde bis in die kleinsten Details und können allein dadurch die höchste Erkenntnis erfahren. Wir erleben den Mikrokosmos im Makrokosmos und lernen immer mehr, das Ganze zu sehen. Wir sind nicht unser Körper, aber wir sind in diesem Leben auch nicht getrennt von ihm. Unser Körper ist der dichteste Ausdruck von unserer Seele und unserem Geist. Und so ist es möglich, sich durch den annamaya-kosha und durch bhurloka hindurch zu transzendieren indem man hier das höchste Bewusstsein Gottes verwirklicht. Die Aufgabe ist, die Trennung zwischen dem Transzendenten und dem Stofflichen (und seinen Abstufungen) zu überwinden und die Einheit zu erfahren. Yoga. Einen guten Hinweis darauf gibt die Taittiriya-Upanisad:

    “Was dieses Wohlbeschaffene ist, fürwahr, das ist die Essenz. Denn wenn einer diese Essenz empfängt, so wird er wonnevoll. Denn wer könnte atmen, wer leben, wenn in dem leeren Raume (akasha) nicht jene Wonne wäre. Denn er ist es, der die Wonne schaffet. Denn wenn einer in jenem Unsichtbaren, Unrealen, Unaussprechlichem, Unergründlichen den Frieden, den Standort findet, alsdann ist er zum Frieden gelangt. Wenn aber einer in jenem Zwischenraum eine Trennung (zwischen sich als Subjekt und dem atman als Objekt) annimmt, dann besteht sein Unfriede fort; es ist aber der Unfriede des, der sich weise dünket.”

    Ich möchte noch anmerken, das verschiedene hellsichtige Menschen von einer unterschiedlichen Anzahl von feinstofflichen Körpern sprechen. Barbara Ann Brennan spricht z.B. zunächst von 7 Körpern, die mit den 7 chakras in Verbindung stehen (also wohl auch mit den 7 lokas; vielleicht sind diese sogar mit den Körpern gemeint?), entdeckt aber auch immer mehr Körper je feiner ihre Wahrnehmung wird. Die einzelnen Körper werden wohl einfach immer differenzierter aufgeteilt . Dazu fällt mir ein beispielhafter Vergleich ein: man kann die Erde in 5 Kontinente aufteilen oder in soundso viele Länder. Beides ist richtig, das eine umfasst nur einen größeren Ausschnitt als das andere.

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    Der

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    Die vedischen Schriften, vor allem das Shrimad-Bhagavatam, beschreiben die Erde, bzw. unseren gesamten Kosmos, als die dichteste Form der Schöpfung, als den Mittelpunkt von 14 Welten, oder Schöpfungsebenen, die alle gleichzeitig am selben Ort aber in verschiedenen Dimensionen existieren. Es gibt 7 “himmlische” Welten, lokas, und 7 “höllische” Welten, talas. Wir leben sozusagen in der 7. “himmlischen” Welt. Da wir uns aber im kaliyuga (im dunkelsten Zeitalter) befinden, sieht es bei uns gerade nicht so himmlisch aus und wir befinden uns sozusagen auf mehreren Ebenen in Kontakt mit den höllischen Bereichen. Dabei muss man sehr vorsichtig mit den christlich geprägten Worten “himmlisch” und “höllisch” umgehen. Die lokas sind z.B. noch nicht ganz perfekt und die talas haben eine äußere Schönheit und Prunkhaftigkeit, die jene der lokas teilweise übertrifft. In den lokas leben gottzugewandte Wesen, ich nenne sie zusammengefasst devas, obwohl es noch viele Unterscheidungen gibt. Sie gehen den Weg der bedingungslosen Liebe zu Gott und dienen ihm und seinen Geschöpfen. Diese Welten sind sehr lichtvoll, schön und voller Freude. In den talas leben gottabgewandte Wesen, zusammengefasst asuras oder “Dämonen”. Diese Wesen haben sich von der Verbindung zu Gott abgetrennt und sind sehr egoistisch und egozentrisch, aber auch sehr intelligent und besessen von “äußerem” Reichtum. Sie bereichern sich an den Energien von anderen Wesen, da sie keine Verbindung mehr zur göttlichen Energie haben. Um diese zu bekommen, schaffen sie Angst und Schrecken. Die Namen der einzelnen Ebenen sind: satyaloka, tapoloka, janaloka, maharloka, svarloka, bhuvarloka, bhurloka, patala, mahatala, rasatala, talatala, sutala, vitala und atala. Alle Welten außerhalb unserer sind feinstofflich und auch ein Teil unserer Welt, bhurloka, ist feinstofflich (z.B. die Astralwelt in der sich viele Tote und auch andere Wesen aufhalten). Alle 14 Welten sind also im Bereich der Materie, stofflich, aber in unterschiedlichen Dichtegraden, wobei ein loka immer einem tala dual gegenüber steht. Beide befinden sich zwar in der gleichen Dichte, stellen jedoch eigene Welten dar die sich in der Regel nicht vermischen. Die talas werden auch “Imitationshimmel” genannt, da sie anscheinend ein verblendendes Imitat des jeweiligen loka darstellen. Das höchste loka, satya-loka, ist am nächsten an der göttlichen Urquelle, es ist der sprichwörtliche “7. Himmel” (von uns aus gesehen). Es ist der feinste Bereich im Stofflichen. Die feinstofflicheren Ebenen beinhalten die grobstofflicheren, sie sind also ineinander verschachtelt. Die Wesen der gröberen Ebenen haben allerdings kaum einen bewussten Zugang zu den feineren (andersherum aber sehr wohl!). Nur auf unserer Ebene, bhurloka, gibt es sowohl devas als auch asuras zusammen. Nur hier treffen die extremsten Gegensätze aufeinander. Wir leben sozusagen im Mittelpunkt der Dualität, am Ort der Entscheidung. Hier versuchen die asuras Seelen zu fangen um sich von ihnen zu ernähren und gleichzeitig versuchen die devas uns zum Licht zu führen. Hier tobt ein Krieg um die Seelen. Dabei müssen wir uns bewusst machen, das dass “äußere” nicht vom “inneren” getrennt ist und das jeder Krieg also in unserem Inneren stattfindet und wir insofern nur hier Frieden schaffen können. Die devas achten immer unseren freien Willen, d.h. es liegt an uns, bewusst den Weg zum Licht einzuschlagen. Durch die Extreme auf der Erde können wir die extremsten Erfahrungen sammeln, Leid und Freud`, das intensivste Leben. Aber vor allem haben wir hier die besten Voraussetzungen um uns von aller Stofflichkeit zu lösen, ohne sie zu verlassen, und uns dadurch zu transzendieren. Hier können wir unsere göttlichen Eigenschaften perfektionieren (denn wenn wir es hier schaffen, schaffen wir es überall…) oder uns in der Materie und in der Dunkelheit vergessen. Hier können wir unseren freien Willen voll entfalten und erkennen, das wahre Freiheit nur durch die Gnade Gottes erlangt werden kann. Es gibt zwei Wege für den “Aufstieg” zum göttlichen Absoluten. Der eine ist, vor allem durch Askese über die feinstoffliche “Leiter”, zurück zu satyaloka (das sich ja immer noch innerhalb der Schöpfung befindet…) zu klettern”, der andere ist, sich direkt durch die Erde “hindurch” zu transzendieren. Nur in bhurloka, unserer Erde, sagen die Puranas, haben wir die Chance, direkt zu Gott gelangen ohne den weiten Weg zurück gehen zu müssen. Hier ist die einzige Ebene wo sich das höchste Licht und die tiefste Dunkelheit treffen, wo wir solche Extreme erfahren können, das wir uns darüber erheben. Hier ist der Ort wo wir am besten unser Unterscheidungsvermögen (viveka) entwickeln können, wo wir uns wirklich entscheiden, hier können wir die bedingungslose Liebe zu Gott am besten entwickeln und prüfen. Anscheinend existieren die verschiedenen Dimensionen einerseits getrennt voneinander, aber alles was in den gröberen existiert muss auch in den feineren existieren, weil es hierdurch erschaffen worden ist. Das heißt, das wir auch in allen anderen Welten, feinstoffliche Wesen aber nicht unbedingt hier manifestiert sind. Dies zeigt auch wieder, welche besondere Stellung wir auf der Erde haben, da wir am vielfältigsten und vollständigsten inkarniert sind. Wir haben die freie Wahl, alle Erfahrungen zu machen. Dabei zieht das Gesetz der Synchronizität die Erfahrungen an, auf deren Ebene wir uns befinden. Es ist eine Frage unseres Bewusstseins, auf welcher Stufe wir uns befinden und mit welchem loka oder tala wir verbunden sind. Wir können dies eigentlich ganz stark an unserer Grundstimmung erkennen. Interessant ist, wie schnell diese wechseln kann. Alle Yogapraktizierenden konnten bestimmt schon mal wahrnehmen, wie nach einer guten Yogapraxis die Welt völlig anders aussehen kann. Manchmal fühlt man sich dadurch so lichtvoll und voller Freude, obwohl man eine Stunde vorher vielleicht noch in einer eher depressiven Stimmung gewesen ist. Man begibt sich hier allein durch das bewusste üben von Yoga auf die höhere Dimensionsebene eines lokas. Gerade in diesem Leben auf der Erde haben wir die Möglichkeit, die freieste Wahl, in welcher Welt wir leben möchten. Aber wir dürfen dabei nicht unsere Aufgabe auf der Erde vergessen: das wir nämlich das, wo wir uns gerade befinden, hier zum Ausdruck bringen. In andere Welten zu flüchten ist, vor seinem dharma (Lebensaufgabe) zu flüchten. Wir sind Menschen auf der Erde und ein Teil von ihr und haben dadurch auch eine gewisse Verantwortung zu tragen. Abgesehen davon müssen wir uns bewusst werden, das wir wirklich ein großes Glück haben, hier sein und das Leben in der dichtesten Form erfahren zu dürfen.

    Interessant ist, das unsere 7 Hauptchakras mit den 7 lokas in Verbindung stehen, es ist also möglich, über die chakras Tore dorthin zu öffnen. Dies ist ein wichtiger Aspekt, der zeigt, das die Welten nicht einfach andere Dimensionen auf materieller Ebene sind, sondern das unsere Psyche sich in diesen Welten bewegt. Negative Gemütszustände wie Depressionen sind also beeinflusst von den talas und somit auch von ihren Bewohnern. Dahingegen zeigen Zustände, die von wahrer, tiefer Freude erfüllt sind, eine Verbindung zu den lokas und ihren Bewohnern. So können wir also durch die Intensität von Licht und Dunkelheit in uns selbst erkennen, ob wir uns gerade auf allen Ebenen zu Gott hingezogen fühlen oder ob wir eine gewisse Dunkelheit wahrnehmen. Dies darf uns jetzt aber nicht in einer Art “Horrorvision” Angst machen, damit würde es uns nur noch weiter herunterziehen. Wir können es einfach möglichst neutral beobachten. Wir dürfen nicht vergessen, das Licht stärker ist als Dunkelheit, denn ein dunkler Raum erhellt sich, wenn Licht hinein fällt, umgekehrt wird ein heller Raum aber nicht dunkler, weil ich die Tür zum dunklen Nebenraum öffne. Betreten sollten wir den dunklen Raum vielleicht nicht unbedingt. Es genügt, bei sich zu bleiben und sich fremder Einflüsse bewusst zu werden (also nicht zu verdrängen!) und immer weiter zum Licht zu streben. Kein Mensch ist nur gut (dann wären wir kein Mensch), wir alle haben unsere Schatten, die erlöst werden wollen. Wichtig ist nur auch zu erkennen: ich habe zwar einen Schatten, aber ich bin nicht mein Schatten. Wenn ich meinen Schatten beleuchte löst er sich auf- und wird auch zu Licht.

     

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    Gott

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    Ich möchte versuchen, mein (momentanes) Gottes- und Weltbild in Worten auszudrücken, um in das Thema der spirituellen Erdung einzusteigen. Ich halte es für sehr wichtig sich damit zu beschäftigen woher wir kommen und wohin wir gehen um den Sinn unseres Lebens auf der Erde zu erfassen und das Potential auszuschöpfen das uns dieses Geschenk gibt.

    Die Fragen “wer bin ich?” und “wer ist Gott (brahman)?” werden im Vedanta vorgeschlagen um zur Erleuchtung zu gelangen. Diese Fragen habe ich mir gestellt seit ich denken kann, erleuchtet haben sie mich noch nicht. Aber ich habe ein Gefühl von dem was Gott ist und dem was ich in meiner Essenz bin. Dennoch kann ich keine definitive Antwort finden. Bei allen Versuchen ist mir klar, das ich Gott niemals mit dem Verstand erfassen kann.

    Gott/Göttin”ist für mich ein Individuum, ein reines Bewusstsein voller unerschöpflicher Liebe, Licht, Freude, Wärme, Glückseligkeit und in seinem Wesen unteilbar, alldurchdringend und schöpferisch. Das Schöpferische ist sein Ausdruck des Lebens, sein Spiel, seine Vervollkommnung und Weiterentwicklung. Nur durch das Leben seiner Schöpfungen kann er sich wirklich erfahren und vielleicht sogar noch weiter ausdehnen, obwohl er ja schon Absolut ist. Um etwas zu schöpfen braucht es Dualität, mindestens zwei Dinge, die zu einem neuen zusammengesetzt werden können. Einerseits braucht Schöpfung Bewusstsein und andererseits Ausgangsmaterial Energie, Lebenskraft, Natur, Materie. Gott ist die absolute Einheit, männlich und weiblich vereint, Shiva und Shakti in ihrer Verschmelzung als das Eine. Um etwas neues zu schöpfen muss er erst mal zwei Grundprinzipien schaffen. Deswegen bringt er aus seiner Ganzheit zwei Teile hervor und schafft die Dualität. Dabei bleibt er trotzdem unteilbar und unerschöpflich. Er ist immer voll und ganz, individuell im wörtlichen Sinne: unteilbar. Die letztendliche Wahrheit ist advaita, eine Einheit ohne Dualität, was aber nicht heißt, das unser Leben hier bloß eine Illusion und unwichtig wäre. Ganz im Gegenteil. Indem Gott sich teilt und die Stofflichkeit erschafft, um neues zu schöpfen, kann eine unglaubliche Vielfalt des Lebens entstehen mit unendlichen Möglichkeiten der Erfahrung. Aus einem Bewusstsein entstehen unendlich viele Bewusstseine (Purushas). Einerseits teilt sich immer mehr Bewusstsein, andererseits paart es sich auch wieder neu durch schöpferische Energie und bringt dadurch neue, einmalige Formen hervor. Aber anstatt sich ihrer Quelle bewusst zu bleiben entfernen sich viele geschöpfte Kreaturen von ihr und verlieren sich immer mehr in der Dunkelheit, da sie Gott vergessen. Vielleicht trennen sie sich von Gott weil sie unabhängig und selbständig sein wollen, ohne zu wissen, das sie damit das Gegenteil erreichen. Sie verschließen Gott die Tür. Dabei merken sie nicht mal, das nur sie selbst durch diese Tür abgeschottet werden, Gott aber alldurchdringend ist. Er ist immer da, ob wir ihn sehen oder nicht. Nur durch die Trennung von dem eigenen Urgrund entsteht alle Negativität. Es ist wie eine Krankheit, deren Symptom mir zeigt, das ich mit etwas nicht im Einklang bin. Alle Negativität, und letztendlich auch das Böse schlechthin, entsteht durch Wirrnis, durch das umherirren in der Dunkelheit ohne das Licht Gottes zu sehen. Und es wird genährt von Verdrängung, die das Gegenteil von erhellendem Bewusstsein ist. Dabei ist Gott auch beim Bösen, er ist allgegenwärtig, aber er hat seinen Schöpfungen einen freien Willen geschenkt, damit diese ihren eigenen Weg zum Licht finden können, wenn sie wollen. Jeder Mensch kann selbst entscheiden, ob er die Tür aufmachen will und das Licht hereinscheinen lassen möchte. Dann wird es nämlich keine Dunkelheit mehr sein. Man muss nur den richtigen Schlüssel finden…den man ja schon mal hatte – um abzuschließen.

    Im göttlichen Bereich (brahman) gibt es kein Gut und kein Böse, da es Dualitäten sind die in der Einheit nicht existieren. Die Frage nach “gut” mag sich auch gar nicht stellen, denn Gott ist einfach Liebe und Licht, das wir als “gut” betiteln, weil es eben die Wahrheit ist. Das Böse ist nur ein Produkt der Dualität. Dabei zeigt uns alle Negativität direkt wo wir getrennt sind und wo wir mehr Licht schaffen können. Nur durch Licht und Liebe finden wir zurück zu Gott.

    In unserer relativen Wirklichkeit, in unserem Leben auf der Erde, gibt es definitiv Gut und Böse, wir leben hier in der Dualität und in der Trennung und können dieser höchstens im Geiste entfliehen. Wir haben uns anscheinend irgendwann von Gott getrennt und haben nun unser karma abzutragen. Wenn wir uns nun dazu entschließen, uns wieder zurückverbinden zu wollen mit unserer Quelle, wenn dies unsere größte Sehnsucht ist, dann sind wir auf dem Yoga-Weg (ob wir das nun so oder anders nennen). Es gibt viele (Yoga-) Wege zum Ziel. Ich halte es nun für am sinnvollsten, sich nicht zurück-zu-verbinden indem man nur den rückwärtigen Weg geht, sich also ganz zu lösen von aller Materie, sondern durch die Erdung und durch die Materie mit allen Erfahrungen sich wieder-zu-verbinden. Ich meine hier einen evolutionären Weg der auf die Involution aufbaut und sie integriert, ein Weg der gleichzeitig in zwei Richtungen geht: in das Leben auf der Erde hinein und zum Göttlichen Ursprung zurück. Die Aufgabe ist, Gott auch in jedem Teil der Materie zu erkennen und seine eigene Göttlichkeit in sie hineinzutragen. Bei allem Suchen nach der Erkenntnis, woher wir kommen, wie es geschehen ist, warum wir hier sind und was unser Ziel ist, geht es eben gerade nicht um ein Weglaufen vor diesem Leben sondern um seinen tiefen Sinn. Es ist so wichtig, das wir das Leben als ein Geschenk betrachten, es würdigen, seine Geheimnisse entdecken und voll auskosten. Um dies voll zu leben, ist eine gute Erdung wichtig, denn wenn wir nicht ganz da sind, können wir ganz leicht wichtige Teile des Lebens verpassen und leben nur halb und somit bestimmt nicht im göttlichen Sinne. Es ist eigentlich unsere Aufgabe als Kinder Gottes, der ja durch uns das Leben erfahren möchte, ganz im Leben zu sein, zu spüren, zu lieben und manchmal auch zu leiden. Aber genauso wichtig ist es, das wir uns der Einheit bewusst werden, das wir das Göttliche in uns und in allem spüren. Wir haben die wundervolle Aufgabe, das Licht in diese Welt zu bringen. Read more